Haumann, Eugen

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Eugen Haumann

Eugen Haumann

Eugenius Haumann

37. Abt des Klosters Neuzelle 1685–1695

* 27. Dez. 1635 Oschatz, Sachsen
05. März 1695 Neuzelle

Geboren wurde Abt Eugenius in Oschatz in Sachsen am 27. Dezember 1635 als Georg Haumann und Sohn eines protestantischen Schmieds. 1652 war er Student in Wittenberg. Er wollte zur Universität Frankfurt (Oder), kam in Neuzelle vorbei und bat hier um eine Reisehilfe. Er blieb dann aber in Neuzelle, arbeitete in der Kanzlei, konvertierte und trat in den Orden ein. 1656 war er das jüngste Konventsmitglied. Von 1661 bis 1667 wird er mehrfach als Sekretär des Abtes erwähnt. 1671 bis 1685 amtierte er als Propst in St. Marienthal. Als solcher war er auf den Provinzialkapiteln im Februar 1672 in Saar, im Januar 1683 in Ossegg und auf dem Generalkapitel in Cȋteaux im Oktober 1687 und im Mai 1672. Seit 1672 war er Syndicus des böhmischen Ordensvikariats.

Zum Abt wurde er am 29. April 1685 gewählt. Als Abt blieben ihm die Beziehungen zu St. Marienthal wichtig, 1685 weihte er die neuen Glocken und 1690 assistierte er dem Generalvikar, Abt Andreas Trojer von Plaß, bei der Investitur der Äbtissin Theresia Sommer. Als der bisherige Generalvikar Abt Laurentius Scipio von Ossegg beim Kaiser in Ungnade fiel, gewährte er ihm Zuflucht und verpachtete ihm ein Klostergut.

Abt Eugenius war vor allem ein Mann der Verwaltung und der Ökonomie. Er baute mehrere Klostervorwerke und Schäfereien aus bzw. neu auf und ließ ganze Herden von Rindern und Schafen ins Klosterland bringen. Er baute die Fischwirtschaft aus und ließ eine Trinkwasserleitung ins Kloster legen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung gelang es ihm, viele Schulden, die noch vom Dreißigjährigen Krieg stammten, abzutragen. Als der Generalvikar zur Visitation in Neuzelle weilte, starb Abt Eugenius überraschend am 5. März 1695 und wurde am 8. März beigesetzt.

Winfried Töpler


Literatur:

Mauermann, Franz Laurenz: Das fürstliche Stift und Kloster Neuzell. Regensburg 1840, ND Kamp-Lintfort 1993, S. 137–140. · Theissing, Heinrich: Die Äbte von Neuzelle. Ein Abriß der Klostergeschichte. In: Neuzelle. Festschrift zum Jubiläum der Klostergründung vor 700 Jahren. 1268–1968. Hrsg. v. Joachim Fait und Joachim Fritz, Leipzig u. München 1968, S. 58–59. · Töpler, Winfried: Das Zisterzienserkloster Neuzelle und die weltlichen und geistliche Mächte 1268–1817. Berlin 2003. · Ders.: Album Neocellense oder Verzeichnis der Mönche von Neuzelle. Teil 2 Vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Aufhebung des Klosters. In: Neuzeller Studien 3. In Vorbereitung.

Zitierempfehlung: Haumann, Eugen, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.3.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Haumann,_Eugen