Hausner, Albert

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Albert Hausner

Albert Hausner

Abt des Klosters Waldsassen 1690–1710

~ 04. Aug. 1647 Neumarkt i.d.OPf.
† 30. Okt. 1710 Waldsassen

Albert Hausner, Sohn des Bademeisters Johannes Hausner und seiner Frau Anna Maria, wurde am 4. August 1647 in der Stadtpfarrkirche St. Johannes in Neumarkt in der Oberpfalz auf den Namen Wolfgang getauft. Seine Humaniora studierte er in Amberg und trat mit 18 Jahren in die Zisterzienserabtei Fürstenfeld ein, legte dort 1665 Profess ab und studierte Theologie in Ingolstadt. 1674 zum Priester geweiht, war er von 1676 bis 1690 Pfarrvikar in Waldsassen und Volksprediger in Amberg, Eger, Weiden und Neumarkt. Am 20. Juni 1690 wurde er mit Erlaubnis des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel zum ersten Abt des 1661 von Fürstenfeld aus wiederbesiedelten Klosters Waldsassen gewählt und am 3. Juli durch Übergabe der Schlüssel installiert. Die Benediktion erhielt er am 6. Februar 1691 im Kloster Kaisheim bei Donauwörth.

Abt Albert vollendete den 1681/85 begonnenen Neubau der Konventsgebäude, der am 30. November 1704 geweihten Klosterkirche und der Wallfahrtskirche zur hl. Dreifaltigkeit (»Kappel«), mit den 15 Rosenkranzstationen. 1693 erhielt der Ort Waldsassen von Kurfürst Max Emanuel die langersehnte Marktfreiheit. Auch die Rückgewinnung der alten Klosterpfarrei Münchenreuth geht auf Abt Albert Hausner zurück. Während des Spanischen Erbfolgekrieges hielten sich 1703/1704 Truppen des Grafen Hermann Otto von Limburg-Styrum im Stiftland auf und verursachten dem Kloster hohe Kosten. 1707 und 1709 versuchte Abt Hausner vergeblich in Wien die Reichsunmittelbarkeit seines Klosters wiederzuerlangen. Zweimal, 1708 und wieder im Herbst 1710, versuchte Abt Hausner, sein Amt niederzulegen, ließ sich aber von seinen Mitbrüdern davon abhalten.

Er starb am 30. Oktober 1710 und wurde am Allerseelentag 1710 in der Gruft der Stiftskirche beigesetzt. Ihm folgte Anselm Schnaus aus Amberg.

gge, Okt. 2009, rev. Juni 2018


Daten:

Prof.: 1665; Sac. o. Prim.: 21. Okt. 1674; Abbas: el. 20. Juni 1690, ben. 6. Feb. 1691.

Literatur:

Lang, Herbert: Albert Hausner aus Neumarkt, in: Die Oberpfalz 65 (1977) 297ff. · Treml, Robert: Die sechs Äbte von Waldsassen in der Barockzeit, in: Barockzeit zwischen Fichtelgebirge und Böhmerwald (= Heimat Landkreis Tirschenreuth 8), Pressath : Bodner, 1996, S. 30–54, bes. 34–37 · Schrott, Georg: „Waldsassischer Grund-Stein“ : Die Leichenpredigt für den Waldsassener Bauprälaten Albert Hausner ; Einführung und Text, in: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 38 (2004), S. 387–412.

Normdaten:

GND: 12016289X · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Hausner, Albert, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 8.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hausner,_Albert