Heidmann, Alberich

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Alberich Heidmann OCist

Alberich Heidmann OCist

59. Abt von Lilienfeld

* 27. Dez. 1808 St. Joachimsthal, Böhmen [Jáchymov, Tschechien]
† 16. Aug. 1898 Lilienfeld, Niederösterreich

Der 1828 in Lilienfeld eingetretene Heidmann legte 1831 die Profess ab und wurde 1832 zum Priester geweiht. Danach war er Kooperator im Stift, 1833 in Unterdürnbach. Seit 1836 Waldmeister und 1838 zugleich Stiftsökonom, leitete er 1837 bis 1847 in Mariazell die unter Abt Ambros Becziczka in Angriff genommene Umlegung der Straßen über den Annaberg, den Joachimsberg und den Josefsberg, wofür er 1847 die goldene Verdienstmedaille erhielt. 1853 wurde er als Pfarrer nach Unterretzbach versetzt.

1862 zum Abt gewählt, ließ Heidmann unter der Leitung des aus Köln stammenden Architekten Dominik Avanzo (1845–1910) viele Stiftsgebäude renovieren und neogotisieren, 1873 den Kreuzgang, 1875 den Kapitelsaal. 1886 wurde der Kreuzgang mit einem neuen Brunnenhaus ausgestattet und die aus dem frühen 14. Jhd. stammenden Glasmalerien im Nordtrakt des Kreuzgangs eingesetzt. Auch das heutige Behältnis der Lilienfelder Kreuzreliquie ließ Abt Alberich anfertigen. Die Pläne Avanzos für eine umfassende Neogotisierung der Stiftsbasilika kamen jedoch nicht zur Ausführung.

Abt Alberich ließ die Äbtegruft auf dem Stadtfriedhof Lilienfeld errichten, in die er nach seinem Tod selber gelegt wurde. In vielen Pfarreien des Stiftes Lilienfeld ließ er Restaurierungen bzw. Zu- und Neubauten von Kirchen bzw. Pfarrhöfen vornehmen.

Von 1866 bis 1877 war Heidmann als Abgeordneter des konservativen Großgrundbesitzes Mitglied des niederösterreichischen Landtages. 1879 erhielt er das Komturkreuz des Franz-Josephs-Ordens.

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Daten:

Alberich (Johannes) Heidmann aus Joachimsthal in Böhmen. Sohn des Kaufmanns Josef Heidmann und der Eva geb. Elster; Vest.: 3. Okt. 1828; Prof.: 9. Okt. 1831; Sac.: 31. Juli 1832 (St. Pölten, Bf. Frint); Primiz: 5. Aug. 1832; Abbas: el. 24. April 1862, ben. 27, April 1862 (Lilienfeld, Bf. I. Feigerle).

Bibliographie:

Tobner, Paul: Alberik Heidmann. Abt von Lilienfeld. Ein Lebensbild. Bregenz, 1898. · Ders. [Nachruf Alberich Heidmann], CistC 10 (1898) S. 308–313, 335–343. · ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 8), S. 244 · Egerländer biografisches Lexikon / bearb. und hrsg. v. Josef Weinmann. Männedorf: Weinmann, 1985–1987 · Müller: Professbuch Lilienfeld.

Normdaten:

GND: 101575337X · BEACON-Findbuch · CERL: cnp01412120

Zitierempfehlung: Heidmann, Alberich, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 21.11.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Heidmann,_Alberich