Helfta

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

St. Marien zu Helfta


Kloster Helfta, Kirche und Liboriushaus (Foto: Thomas Guffler, cc-by-sa-3.0)
Prioratus conventualis B.M.V. de Helfta
Ort: Lutherstadt Eisleben, Sachsen-Anhalt
Observanz: OCist
gegründet: 1229/1999
aufgehoben: 1542
Mutterabtei: Seligenthal
Pater Immediat: Generalabt
Web: www.kloster-helfta.de

selbständiges Zisterzienserinnenpriorat im Ortsteil Helfta der Lutherstadt Eisleben, Sachsen-Anhalt; begründet 1999.

Geschichte

1229 vom Grafen Burchard von Mansfeld und seiner Gemahlin Elisabeth nahe ihrer Burg gegründet und wegen seiner ungünstigen Lage mehrfach verlegt (1258 nach Helfta), erlebte das Kloster im 13. Jahrhundert seine große Blüte als Zentrum der Mystik, geprägt durch die drei heiligen Frauen von Helfta: Gertrud von Helfta (1256–1301/02), Mechthild von Hackeborn (1241–1299) und Mechthild von Magdeburg (1207/10–1282/94).

Das Kloster nahm die Reformen der Zisterzienser an, ohne sich jedoch offiziell dem Orden anzuschließen. Im Bauernkrieg wurde es 1525 verwüstet und 1542 im Zuge der Reformation säkularisiert. Danach hatte das Klostergut unterschiedliche Besitzer, bis es 1712 preußische Staatsdomäne wurde.

Die DDR wandelte nach 1945 die Staatsdomäne in ein Volkseigenes Gut (VEG) mit etwa 2.000 Arbeitsplätzen und Massentierhaltung um. Die Gebäude wurden während dieser Zeit nicht unterhalten und verfielen zusehends. Die Kirche war Garage für Landmaschinen. Nach der Wende kamen Gebäude und Ländereien 1994 wieder in Kirchenbesitz und wurden am 13. August 1999 mit Schwestern v.a. aus der Abtei Seligenthal unter Leitung der Altäbtissin Assumpta Schenkl wiederbesiedelt. Seitdem werden die Klostergebäude stetig saniert und erweitert.

Kloster Helfta gehört keiner Kongregation an, sondern ist direkt dem Orden inkorporiert. Auf dem Gelände befinden sich ein Hotel, ein Kindergarten, das Seniorenwohnheim Gertrudstift, ein Bildungs- und Exerzitienhaus und ein Museum (Liboriushaus).

Priorinnen

01. Assumpta Schenkl 1999–2009
02. Agnes Fabianek 2010–2015
03. Christiane Hansen seit 31. Jan. 2015

gge


Literatur:

Josef Hochenauer: Kloster Helfta – Ein Abenteuer Gottes: Die Geschichte des Wiederaufbaus 1990–2000. Lindenberg: J. Fink, 2001.

Zitierempfehlung: Helfta, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 8.12.2015, URL: http://www.biocist.org/wiki/Helfta