Henckel-Donnersmarck, Gregor

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Gregor Henckel-Donnersmarck
Foto: Stift Heiligenkreuz

Gregor Henckel-Donnersmarck

Abt des Stiftes Heiligenkreuz 1999–2011; Präses der Österreichischen Zisterzienserkongregation 2003–2007

* 16. Jan. 1943 Breslau

Ulrich Maria Karl Graf Henckel von Donnersmarck, geboren am 16. Januar 1943 als zweiter Sohn von Friedrich-Carl Henckel von Donnersmarck (1905–1989) und seiner Frau Anna-Ilse von Zitzewitz (1910–1996) in Breslau. Bald nach seiner Geburt floh die Familie, vom Verlauf des Zweiten Weltkriegs bedroht, nach Westen. Sie lebte dann fünf Jahre in Bayern, bis sie sich endgültig in Kärnten niederließ.

1963 erhielt Henckel-Donnersmarck die Matura am Humanistischen Gymnasium in Klagenfurt, leistete von 1963 bis 1964 seinen Militärdienst beim Österreichischen Bundesheer (Leutnant der Reserve) und besuchte von 1964 bis 1969 die Hochschule für Welthandel in Wien, die er als Diplomkaufmann abschloss. Von 1970 bis 1977 war er Mitarbeiter der Firma »Schenker & Co.«, einem international tätigen Logistik-Dienstleister. Von 1970 bis 1973 arbeitete er in der Organisationsabteilung der Internationalen Zentralleitung in Frankfurt und war von 1973 bis 1977 Geschäftsführer der »Schenker Spanien S.A.E.« in Barcelona

Am 15. November 1977 trat Henckel-Donnersmarck in das Noviziat des Stiftes Heiligenkreuz ein und erhielt den Ordensnamen Gregor. Sein Studium an der Philosphisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz (1978-1986) schloss er mit dem Magistergrad in Theologie ab und wurde am 1. August 1982 in Heiligenkreuz zum Priester geweiht. 1986 bis 1991 war er Prior im Zisterzienserstift Rein bei Graz, das er finanziell sanierte, 1992 bis 1993 Assistent des Generalabtes der Zisterzienser in Rom und 1994 bis 1999 Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich (»missio Austria«).

Im September 1998 wurde er zum Generalsekretär des »Missionswerkes zum Hl. Apostel Petrus« in Rom bestellt und sollte das Amt im März 1999 antreten, wurde aber durch seine Wahl zum 67. Abt des Stiftes Heiligenkreuz am 11. Februar 1999 daran gehindert. Die Abtsbenediktion erfolgte am 14. März 1999. Zugleich war er als Abt seit 1999 auch Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz und ist seit deren Erhebung zur Päpstlichen Hochschule am 28. Januar 2007 deren Großkanzler (»magnus cancellarius«). Er war in dieser Funktion Vertreter des Heiligen Stuhls und verlieh die akademischen Grade im Namen des Papstes.

Am 20. Juni 2003 wurde Abt Gregor zum Präses der Österreichischen Zisterzienserkongregation gewählt. Am 12. Juni 2007 trat er von diesem Amt zurück. Er ist außerdem – neben zahlreichen anderen Ämtern – Aumônier-Vicaire des Ordens vom Goldenen Vlies, Ehren-Konventualkaplan im Souveränen Malteser-Ritter-Orden und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Schelhammer & Schattera Kapitalanlagegesellschaft.

Mit Datum vom 3. März 2007 verlieh Papst Benedikt XVI. Abt Gregor – unter Bezug auf dessen Amt als Großkanzler einer Päpstlichen Hochschule – das Recht, einen violetten Pileolus zu tragen.

gge, Juni 2010


Genealogie:

V.: Friedrich-Carl Henckel von Donnersmarck (1905–1989); M.: Anna-Ilse von Zitzewitz (1910–1996); G.: Leo-Ferdinand Graf Henckel von Donnersmarck (* 26. Dez. 1935 Beuthen O.S.; † 23. Juli 2009 Berlin), Bailli des Souv. Malteser Ritterordens, 1997–2006 Präsident der Deutschen Assoziation des Ordens; Neffe: Florian Henckel von Donnersmarck (* 2. Mai 1973 Köln), Filmregisseur, Oscar-Preisträger.

Daten:

Vest.: 15. Nov. 1977; Prof.: Sac.: 1. Aug. 1982; Abbas: el. 11. Feb. 1999, ben. 14. März 1999 (GA Maurus Esteva).

Werke:

Wandelnde Zebrastreifen: Anekdoten aus dem Klosterleben. St. Pölten : Residenz, 2009 · ora @ labora: Über Gott und die Welt und das Paradies auf Erden. St. Pölten : Residenz, 2010 · Der Spediteur Gottes – Ein Leben zwischen Welt und Kloster. Wien: Ueberreuter, 2018 (Autobiographie).

Quelle:

Stift Heiligenkreuz

Normdaten:

GND: 138653895 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Henckel-Donnersmarck, Gregor, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.10.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Henckel-Donnersmarck,_Gregor