Hennet, Bernhard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernhard Hennet

Bernhard Hennet

Bernard Leopold Hennet z Hennetů

Abt des Klosters Saar 1738–1770; Generalvikar in Böhmen 1753–1764

* 08. Okt. 1699 Tschaslau, Böhmen [Čáslav]
† 12. Aug. 1770 Saar, Mähren [Žďár]

Bernhard Hennet, Taufname Leopold, wurde am 8. Oktober 1699 in Tschaslau in Böhmen geboren. Seine Familie stammte aus dem Rheinland. Er wurde am 19. Januar 1716 im Zisterzienserstift Saar in Mähren eingekleidet und legte im Februar 1717 die Profess ab. 1723 zum Priester geweiht, war er dann Lektor der Philosophie und Theologie im Kloster, ab 1732 auch am erzbischoflichen Seminar in Prag. Als solcher wurde er am 19. Mai 1738 unter dem Vorsitz der Äbte Hieronymus Besnecker von Ossegg und Josef Maly von Welehrad und in Anwesenheit königlicher Kommissare zum Abt gewählt.

In den folgenden Jahren wurde die Domäne Žďár zum Schauplatz des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740–1748). Preußische und österreichische Truppen plünderten das Gebiet und forderten Versorgung, was dem Kloster erheblichen Schaden zufügte. Ungeachtet dessen setzte Abt Bernhard 1746 die Bauarbeiten seines Vorgängers Václav Vejmluva fort, die durch den Klosterbrand von 1737 teilweise wieder zerstört worden waren. Er ließ eine neue Prälatur erbauen und 1757 im Markt Wesely eine neue Pfarrkirche. Die Konventkirche erhielt neue Altäre und ein geschnitztes Chorgestühl und die Gruft darunter wurde vollendet. Die hölzerne Brücke über die Sázava südlich des Stiftes ließ er durch eine steinerne ersetzen und diese mit Skulpturen schmücken. Den Friedhof ließ er vergrößern und eine vierte Kapelle bauen.

Bernhard Hennet war der letzte Saarer Abt, der großangelegte Bauprojekte auf dem Klostergelände initiierte. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) forderte Kaiserin Maria Theresia von den religiösen Institutionen hohe Kredite, die aber niemals zurückgezahlt werden konnten. Hennets architektonische Arbeit fiel daher bescheidener aus als die seines Vorgängers.

Abt Bernhard stand dem Stift 33 Jahre lang vor und war von 1753 bis 1764 auch Generalvikar der böhmischen Ordensprovinz. Er starb am 12. August 1770 nach kurzer Krankheit. Sein Leichnam wurde von Abt Philipp Zuri von Welehrad neben dem seines Vorgängers Václav Vejmluva in der Krypta der Abteikirche beigesetzt. Zu seinem Nachfolger wurde Otto Logk von Netky gewählt.

gge, Dez. 2017


Daten:

Vest.: 19. Jan. 1716; Prof.: Feb. 1717; Sac.: 1723; Abbas Zarensis: el. 19. Mai 1738.

Literatur:

Steinbach, Otto: Diplomatische Sammlung historischer Merkwürdigkeiten, aus dem Archive des gräflichen Cisterzienserstifts Saar in Mähren, Band 1. Prag, Wien und Leipzig, 1783, S. 341–342 · Bredl, Sigismund: Cistercienser-Professoren im erzbischoflichen Seminare zu Prag, in: Studien und Mitteilungen aus der Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 15:2 (1894), S. 297–306.

Zitierempfehlung: Hennet, Bernhard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 21.12.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hennet,_Bernhard