Heredia, Pio

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Pío Heredia

Pío Heredia Zubío OCSO

Prior der Abtei Viaceli; Märtyrer des spanischen Bürgerkriegs, Seliger

* 16. Feb. 1875 Larrea, Gem. Barrundia, Prov. Álava, Spanien
03. Dez. 1936 Santander, Kantabrien, Spanien

Pío Heredia Zubío, Taufname Julián, wurde am 16. Februar 1875 als Sohn von Justo Heredia und Ceferina Zubía in Larrea in der Provinz Álava geboren. Mit vierzehn Jahren, 29. Oktober 1889, wurde er Oblatenschüler am Zisterzienserkloster strengerer Observanz Val San José in Getafe bei Madrid (heute La Oliva) und am 8. Dezember 1890, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, mit dem Ordensnamen Fray María Pío als Novize eingekleidet. Am 25. März 1894 legte er die einfachen und am 27. Mai 1897 die feierlichen Gelübde ab.

Am 18. März 1899 zum Priester geweiht, war er dann Kantor, Subprior, Konversenmagister und Lektor für Theologie. Am 2. Februar 1908 wechselte er in das neu errichtete Kloster Santa María de Viaceli in Cóbreces (Kantabrien), einer Filialgründung der französischen Abtei Désert. Dort war er vom Dezember 1920 bis zu seinem Tod 1936 Klaustralprior (1927 Erhebung zur Abtei) und Novizenmeister.

Nachdem es schon seit Beginn des spanischen Bürgerkrieges im Juli 1936 immer wieder Hausdurchsuchungen und Leibesvisitationen in der Abtei gegeben hatte, wurden am 8. September 1936 die im Kloster verbliebenen 38 Mönche (bis auf wenige Ausnahmen) von sozialistischen und anarchistischen Milizen verhaftet und in Santander inhaftiert, nach einigen Tagen aber wieder entlassen. Da eine Rückkehr ins Kloster nicht möglich war, lebten die Mönche dann in kleinen Gruppen im Verborgenen in Santander. In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember wurde die sechsköpfige Gruppe um P. Pio von Milizsoldaten mit Lastwagen abgeholt und weggebracht. Man nimmt an, dass sie zwei Tage später mit auf dem Rücken gefesselten Händen vor der Küste Kantabriens von Booten aus ins Meer geworfen oder von der Steilküste hinabgestürzt wurden.

Pío Heredia Zubía und 18 weitere Konventualen, die ebenfalls den Tod fanden, wurden am 3. Oktober 2015 in Rom seliggesprochen.

gge, Dez. 2015


Daten:

Vest.: 8. Dez. 1890; Prof.: 25. März 1894, 27. Mai 1897; Sac.: 18. März 1899.

Literatur:

Álvarez, Jesús: Pío Heredia (Almas Selectas 4), Burgos 1954 · Manzano, Rafael: Pío Heredia, monje cisterciense. Cistercium XXVIII (1976) 21–32 · Marín, Hermenegildo: Vida monástica del P. Pío. Cistercium XXVIII (1976) 11–15 · Pascual, Francisco R. de, Ruiz Carvajal, Javier: La espera liberadora: P. Pío Heredia y compañeros mártires de Viaceli y Fons Salutis, Cóbreces, 2015, bes. S. 85–86.

Zitierempfehlung: Heredia, Pio, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.11.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Heredia,_Pio