Anselmus van Hoof OCSO
2. Abt der Zisterzienserabtei Lilbosch in Echt 1927–1929
* 21. Aug. 1884 Dommelen, Noord-Brabant, Niederlande
† 22. März 1929 Echt-Susteren, Niederlande
Anselmus van Hoof, Taufname Marcel, war der Neffe und Patensohn seines Vorgängers Victor van den Eijnden und wurde wie dieser in Dommelen geboren. Er war der einzige Sohn der Familie. Drei seiner fünf Schwestern traten ebenfalls in ein Kloster ein.
Als Schüler außerordentlich begabt, kam er 1897 in das drei Jahre zuvor gegründete Juniorat St. Joseph der Abtei in Lilbosch und trat im Mai 1899 in das Noviziat ein. Kurz nach seiner Einkleidung wurde ihm das Amt des zweiten Sakristans übertragen.
1901 legte er die zeitlichen Gelübde ab und begann mit dem Studium. Da er sich dabei besonders auszeichnete, entsandte ihn sein Oberer, Dom Guido Brox, Titularprior von Lilbosch, 1903 zur weiteren Ausbildung nach Rom. Dort erwarb er an der Akademie des Heiligen Thomas von Aquin den Doktorgrad in Philosophie sowie an der Päpstlichen Universität Gregoriana den Doktorgrad in Theologie (1908) und Kanonischem Recht (1910). Ebenfalls dort empfing er die niederen Weihen sowie die Weihe zum Subdiakon und Diakon. 1907 wurde er in Utrecht zum Priester geweiht. Von 1911 bis 1913 war er Magister der Theologiestudenten in Rom. Eine schwere Lungenkrankheit zwang ihn jedoch nach einigen Jahren, dieses Amt niederzulegen.
Nach seiner Genesung und der Rückkehr in sein Kloster wurde er zum Leiter des St.-Bernardus-Kollegs ernannt. Generalabt Augustin Marre, der ihn während der Zeit in Rom schätzen gelernt hatte, wünschte sich ihn jedoch wieder in seiner Nähe; folglich wurde er 1921 zum Definitor des Ordens ernannt. In dieser Funktion hätte er in Rom residieren müssen; da Abt Victor jedoch ungern auf ihn verzichten wollte, erwirkte er die Erlaubnis, dass Pater Anselmus in Echt bleiben durfte. Eine solche Regelung konnte jedoch nicht von Dauer sein; daher wurde Pater Anselmus auf dem Generalkapitel von 1922 ehrenvoll von seinen Pflichten als Definitor entbunden, sodass er sich ganz den Belangen des St.-Bernardus-Kollegs der Abtei Lilbosch („Gymnasium Lilbosch“) widmen konnte, dem er acht Jahre als Direktor vorstand.
Die Umstände waren schwierig. Man erkannte zunehmend, dass es aufgrund finanzieller Engpässe nicht mehr tragbar war, weiterhin vorwiegend deutsche Studenten aufzunehmen. Folglich entschied man sich, stattdessen niederländische Studenten zuzulassen und zugleich sicherzustellen, dass der akademische Standard dem Vergleich mit konkurrierenden Einrichtungen standhalten konnte. Der Übergang von deutschen zu niederländischen Schülern vollzog sich in erstaunlich kurzer Zeit; bei Letzteren erlebte Pater Anselmus mit Genugtuung, wie der erste Kandidat – ein Schüler, der seine gesamte Ausbildung am St.-Bernardus-Kolleg durchlaufen hatte – unter seiner Leitung das Staatsexamen in Utrecht bestand.
Als Abt Victor van den Eijnden 1927 aus seinem Amt schied (er starb im folgenden Jahr), wurde Pater Anselmus am 15. Oktober 1927 zu seinem Nachfolger gewählt. Die Amtseinführung folgte am 27. Oktober 1927; am 30. November 1927 erhielt er die Benediktion („Abtsweihe“). Als Wahlspruch wählte er die Worte seines Namenspatrons, des heiligen Anselm von Canterbury: Credo, ut intellegam – Ich glaube, um zu verstehen.
Als Abt war Dom Anselmus zu kurz im Amt, um Bedeutendes leisten zu können. Fünfzehn Monate nach seiner Benediktion wurde er von einer schweren Rippenfell- und Lungenentzündung dahingerafft; er starb am Morgen des 22. März 1929. Sein Nachfolger wurde Augustinus Giesberts.
gge, Juli 2026
Daten:
Vest.: 1899; Prof.: 1901; Sac.: 1907; Abbas: el. 15. Okt. 1927, inst. 27. Okt. 1927. ben. 30. Nov. 1927; Dev.: Credo, ut intellegam.Literatur:
Giesberts, Augustinus: Gedenkbundel bij het 50 jarig bestaan van de klooster/abdij Lilbosch 1883 tot 1933. Feestdag OLV Visitatie 1933. Herausgegeben von RJM Rutten, Januar 2011 [1] · R.K. Wie is dat? Biografisch Lexicon van bekende Nederlandsche Roomsch-Katholieke tijdgenooten. Leiden: H.J. Dieben, 1925, S. 62.Vorlage:Page.name: HOOF, Anselmus van OCSO (1884–1929) – Biographia Cisterciensis