Hugo von Ostia

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Hugo von Ostia

Hugo von Ostia

Hugo von Châlons, Hugo Ostiensis, Hugo Confessor

Zisterziensermönch von Clairvaux, Abt von Trois-Fontaines, Kardinalbischof von Ostia und Velletri

† 1. Dez. 1158

Als junger französischer Adeliger machte Hugo eine großzügige Schenkung an das Benediktinerkloster St.-Germer-de-Fly (Diözese Beauvais). Bald danach trat er in die Zisterzienserabtei Clairvaux ein. Seit 1147 war er Abt von Trois-Fontaines (Diözese Châlons-sur-Marne), die 1118 von Bernhard von Clairvaux gegründet worden war. Bei einer Reise zur Regelung von Ordensangelegenheiten in Rom 1150 fand Abt Hugo große Wertschätzung bei Papst Eugen III., der ihn an der Kurie zurückbehielt. Bernhard von Clairvaux beklagte sich bei Eugen III., dass Abt Hugo an der Kurie geblieben war, und bat den Papst eindringlich, Abt Hugo als Stütze seines Alters (baculum senectutis meae) wieder zurück nach Frankreich zu senden (Epistola 273). Papst Eugen III. machte aber Hugo 1151/52 zum Kardinalbischof von Ostia-Velletri und damit zum ranghöchsten Kardinal der Kurie.

Bernhard von Clairvaux intervenierte bei Hugo mehrmals, um sich an der päpstlichen Kurie für Belange der französischen Kirchenpolitik einzusetzen. Bei der Suche nach einem neuen Abt von Trois-Fontaines trug Bernhard mit Hugo eine Meinungsverschiedenheit aus (Epistola 306).

1153 erstattete Hugo dem Generalkapitel von Cîteaux einen Bericht über den Tod Eugens III. (PL 182, 694-696). In seiner eigenen Diözese Velletri gründete er das Zisterzienserkloster S. Maria di Marmossolo.

Hugo war ganz mit Aufgaben an der Kurie in Anspruch genommen, wurde daher wenig außerhalb Roms tätig. Nicht nur die Zisterzienser, sondern auch die Prämonstratenser hatten in ihm einen wertvollen Fürsprecher an der Kurie in Rom. Es ist bezeugt, dass er zwischen dem Prior Robert von St. Pierre in Abbéville und dem Abt Roger von Valloires Frieden vermittelte, außerdem zwischen dem Prior und dem Propst von Farfa. Er führte die Diözese Ostia-Velletri zu einer geistlichen und wirtschaftlichen Blüte.

Das Heiligenverzeichnis des Generalabts Jean de Cirey aus dem 15. Jahrhundert rechnet Hugo unter die Heiligen des Zisterzienserordens. Im Menologium Cisterciense (1630) des Chrysostomus Henriquez wird er als Heiliger mit Gedenktag am 1. Dezember genannt. Hugo von Ostia wurde aber nie offiziell heilig gesprochen.

Pius Maurer


Literatur:

Roger Aubert: Hugues, cardinal-évêque d’Ostie de 1152 à 1158, in: R. Aubert (Hg.): Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques 25 (Paris 1995) 265f. · Johannes Matthias Brixius: Die Mitglieder des Kardinalkollegiums von 1130–1181 (Berlin 1912) 55. 85f. 108. · Ferruccio Gastaldelli: Anmerkungen und historischer Kommentar, in: Gerhard B. Winkler (Hg.): Bernhard von Clairvaux. Sämtliche Werke III (Innsbruck 1992) 1062–1245, bes. 1140f. 1157f. · Gerhard Heger: Hugo, Kardinalbischof von Ostia-Velletri: in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 26 (Nordhausen 2006) 721–726. · Dominicus Willi: Cistercienser Päpste, Kardinäle und Bischöfe [II], in: CistC 263–272, bes. 266f. · Barbara Zenker: Die Mitglieder des Kardinalkollegkums von 1130 bis 1159 (Würzburg 1964) 21f.

Zitierempfehlung: Hugo von Ostia, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 17.8.2012, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hugo_von_Ostia