Janny, Ambroise

Ambroise Janny

Ambroise Janny OCSO

Abt von Notre-Dame-des-Îles in Neukaledonien

* 27. Feb. 1844 Loddes, Dép. Allier, Frankreich
† 25. Mai 1912 Blitterswijck, Provinz Limburg, Niederlande

Der aus Loddes (bei Lapalisse) stammende Ambroise Janny, Taufname Jean-Baptiste, trat mit zwanzig Jahren, gemeinsam mit seinen zwei Brüdern P. Félix (später Prior) und P. Jean-Marie Janny, in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Sept-Fons ein. Am 15. August 1865 als Novize eingekleidet, legte am 8. Dezember 1866 die einfache und am 16. Juni 1871 die feierliche Profess ab. Am 29. Juni 1871 wurde er zum Priester geweiht.

Nachdem die Abtei eine Tochtergründung in Neukaledonien beschlossen hatte (die von Papst Pius, der auch den Namen vorschlug, sogleich zur Abtei erhoben wurde), wurde er zum Abt ernannt und am 11. Februar 1877 in Sept-Fons von Bischof Dreux-Brézé von Moulins benediziert. Am 13. März 1877 verließ er Sept-Fons, schiffte sich zwei Tage später mit seinem Prior Alphonse Tachon (1847–1928), vier Priestern, fünf Laienbrüdern und einem Oblaten in Bordeaux auf dem Dreimaster Bossuet ein, der Nouméa am 5. Juli 1877 erreichte.

Da die Neugründung in Wagap trotz einiger Erfolge nicht richtig in Gang kam, u.a. wegen des Bürgerkrieges (Kanakenaufstände) und der Unmöglichkeit der Rekrutierung von Mitgliedern (es war in Frankreich die Zeit der Vertreibung der Ordensleute), genehmigte das Generalkapitel schon 1879 die Verlegung nach Australien (Sidney), was nicht zustande kam, ebenso der 1888/89 geplante Transfer der Mönche nach Palästina (Latrun). 1890 verließen die letzten Mönche Nouméa (Abt Janny war schon ein Jahr zuvor, am 8. Dezember 1889 nach Frankreich abgereist) und kamen am 2. Februar wieder in Sept-Fons an.

Im Mai 1890 reisten Abt Janny und Prior Tachon nach Kimberley in Australien (Beagle Bay), wo sie 1892 eine weitere Neugründung unternahmen, die aber 1900 ebenfalls vom Generalkapitel aufgegeben wurde.

Ambroise Janny trat im Mai 1898 aus Krankheitsgründen zurück. Schon 1894 hatte er seiner schlechten Gesundheit wegen beim Generalkapitel um seine Entpflichtung gebeten, diese aber nicht erhalten, und war im März des folgenden Jahres mit einer zweiten Gruppe von zehn Mönchen (darunter der Spanier Nicholas Emo) wieder nach Beagle Bay gereist. 1897 hatte sich sein Gesundheitszustand so sehr verschlechtert, dass er nach Frankreich zurückkehren musste.

Zunächst zum Seelsorger der Zisterzienserinnen von Ubexy bestellt, wurde er dann nach Blitterswijck (Notre Dame de Bonne Garde) entsandt, um sich um die aus La Coudre und Lyon-Vaise dorthin geflüchteten Schwestern zu kümmern. Dort starb er am 25. Mai 1912.[1]

gge, Jan. 2015, rev. Juli 2026‎

  1. Datum laut Auskunft aus Sept-Fons; Pourny nennt den 22. Mai.

Daten:

Vest.: 15. Aug. 1865; Prof.: 8. Dez. 1866, 16. Juni 1871; Sac.: 29. Juni 1871; Abbas: ben. 11. Feb. 1877, res. 1898.

Literatur:

Thomas Pourny: Les trappistes de « Notre-Dame-des-Iles », en Nouvelle-Calédonie de 1887 à 1890 et la reprise de l'œuvre en 1969. Journal de la Société des océanistes, vol. 25 (1969), pp. 335–338 · Nailon, Brigida: Emo and San Salvador. Book 1: Broome and Beagle Bay. Echuca: Brigidine Sisters, 2005 · Durack, Mary: The rock and the sand. London: Constable, 1969.

Zitierempfehlung: Janny, Ambroise, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 8.07.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Janny,_Ambroise

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