Janny, Jean-Marie

Jean-Marie Janny

Jean-Marie Janny OCSO

Zisterzienser der Abtei Sept-Fons; Missionar in Neukaledonien und Australien

* 08. April 1846 Loddes, Dép. Allier
† 21. Dez. 1918 Maristella, Tremembé, Sao Paulo, Brasilien

Jean-Marie Janny war der jüngere Bruder des Abtes Ambroise Janny (1844–1912) und des Priors von Sept-Fons, Félix Janny. Wie diese trat er im Alter von 21 Jahren in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz („Trappisten“) Sept-Fons ein, wo er am 14. Mai 1867 als Novize eingekleidet wurde und am 15. Mai 1869 die erste (zeitliche) Profess ablegte. 1869 wurde er nach Australien gesandt und legte am 9. Dezember 1872 die feierliche Profess (für/in Sept-Fons?) ab.

1877 reiste er im Gefolge seines Bruders Ambroise, der zum Abt ernannt worden war, in die Neugründung Notre-Dame-des-Îles in Neukaledonien, die aber wegen verschiedener Schwierigkeiten 1889/90 aufgegeben wurde. Am 2. Februar 1890 kehrte er nach Sept-Fons zurück. Am 1. Januar 1892 (in Sept-Fons?) zum Priester geweiht, reiste er im selben Jahr nach Kimberley in Australien (Beagle Bay), wo Abt Ambroise Janny und Prior Alphonse Tachon in Zusammenarbeit mit Bischof Gibney von Perth eine weitere Neugründung unternahmen, die aber 1900 ebenfalls vom Generalkapitel aufgegeben wurde.

Obwohl er nach dem Abzug der Hauptgruppe aus Beagle Bay bereits am 2. Juni 1900 wieder in Sept-Fons war, wurde er im darauffolgenden Jahr erneut als Prokurator in die Kimberley-Region entsandt; am 28. März 1901 unterzeichnete er die Vereinbarung mit Pater Georg Walter[1], dem Oberen der (größtenteils deutschen) Pallottiner, die die Mission übernahmen. Er blieb dort bis Ende 1906, als Disaster Bay und anschließend Lombadina zum Zentrum seiner missionarischen Tätigkeit wurden.

Vor seiner zweiten Ankunft im Januar 1901 hatte Pater Nicholas Emo dem Abt von Sept-Fons, Jean-Baptiste Chautard, geschrieben und darauf hingewiesen, dass Jannys Anwesenheit von geringem Nutzen sein würde, da „er weder die englische Sprache noch die Sprache der Schwarzen beherrscht und somit zu nichts in der Lage ist, außer während meiner Abwesenheit die Messe zu lesen und die Brüder zu beichten.“ Emo zitierte Bruder Jean Chaleron – einen der beiden Brüder, die noch in Beagle Bay verblieben waren – mit den Worten über Jean-Marie: „Er ist ein armer alter Mann, völlig gebrochen; er kann nicht reiten und wird uns kaum von Nutzen sein.“

Am 21. September 1906 wurde Pater Jean-Marie in das Kloster Maristella in Brasilien versetzt.[2] Dort starb er am 21. Dezember 1918.

gge, Juli 2026

  1. Georg Walter, geb. 13. Jan. 1865 in Würzburg, 1887 Pallottiner, 1888 Priester, 1890 nach Kamerun, 1901 nach Australien, 1908 zurück, gest. 25. Jan. 1939 in Volkach am Main.
  2. Dom Chautard schloss auch dieses Haus im Jahr 1927, ungeachtet der Proteste der brasilianischen Kirchenhierarchie.

Daten:

Vest.: 14. Mai 1867; Prof.: 15. Mai 1869, 9. Dez. 1872; Sac.: 1. Jan. 1892.

Literatur:

Nailon, Brigida: Emo and San Salvador. Book 1: Broome and Beagle Bay. Echuca: Brigidine Sisters, 2005 · Angaben aus Sept-Fons.

Zitierempfehlung: Janny, Jean-Marie, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 6.07.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Janny,_Jean-Marie

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