Jean de Lobbes

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jean de Lobbes

Jean de Lobbes

21. Abt des Klosters Cambron 1395–1415

† 19. April 1420

Abt Jean, geboren in Lobbes als Kind einer Bauernfamilie, verließ sein Dorf, um in die Zisterzienserabtei Cambron einzutreten. Seine Talente brachten ihm die Funktionen des Bursars und des Priors. 1395 wurde er zum Abt gewählt.

Die zwanzig Jahre, die er das Kloster leitete, waren vor allem geprägt von den politischen Machtkämpfen um die Regierung der Grafschaft Hennegau zwischen Herzog Albert, Graf Wilhelm IV. und Jakobäa von Bayern). Engelbert von Enghien, vierter Sohn Walters IV. und Ehemann der Marie de Lalaing, bestellte den Abt auf sein Schloss in Ittre und machte am 14. Januar 1401 (1402 n. St.) in seiner Gegenwart sein Testament. Er wählte seinen Bestattungsort in der Abtei und stiftete mehrere Messen zu seinem Seelenheil.

Abt Jean war bestrebt, die Abteikirche baulich zu erweitern. Zur Finanzierung erhielt er von Weihbischof Heinrich von Cambrai Ablässe für die Pilger, die der neuernannte Diözesanbischof Jean de Gavre mit Datum 16. Oktober 1412 bestätigte. Jedoch konnte das Projekt wegen der politischen Umstände nicht realisiert werden.

Jean de Lobbes resignierte 1415 und starb fünf Jahre später, am 13. kalendas Maii (d.i. der 19. April) 1420.

gge, Okt. 2017


Literatur:

Monnier, Clément: Histoire de l'abbaye de Cambron, in: Annales du Cercle archéologique de Mons XIV (1876), S. 94–95 · Smet, Joseph-Jean de: Cartulaire de l'abbaye de Cambron, in: Monuments pour servir a l'histoire des provinces de Namur, de Hainaut et de Luxembourg, tome deux, première parte. Bruxelles: M. Hayez, 1869, S. VIII.

Zitierempfehlung: Jean de Lobbes, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.10.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Jean_de_Lobbes