Köll, Josef

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Josef Köll OCist

Josef Maria Köll OCist

43. Abt des Zisterzienserstiftes Stams

* 30. Sep. 1928 Stams
† 1. März 2008 Meran

Johannes Köll wurde 1928 als ältester Sohn des Schneidermeisters Johann Köll und seiner Gattin Anna in Stams geboren. Schon während seiner Gymnasialzeit wurde er 1944 zum Militärdienst nach Riva einberufen.

1949 trat er nach der Matura im Paulinum als erster Novize nach dem Zweiten Weltkrieg in das Zisterzienserstift Stams ein und wurde 1954 in der Stiftskirche von Bischof Paulus Rusch zum Priester geweiht. Er wirkte als Religionslehrer und Erzieher in der Berufsschule für Tischler und Wagner im Stift sowie als Erzieher und Heimleiter im Hauptschulinternat, seit 1967 als Pfarrer ins Sautens im Ötztal. 1974 wurde er nach Meran abberufen wo er bis 1985 zunächst als Prior in Untermais, dann als Pfarrer in Gratsch und St. Peter wirkte. Das historisch bedeutsame Kirchlein St. Peter (Keltengrab, Malereien aus vorgotischer und gotischer Zeit) wurde durch sein Engagement restauriert. Während dieser Zeit unterrichtete er in verschiedenen Schulen Nord- und Südtirols und war in der Cursillo-Bewegung tätig.

1985 als Nachfolger des zurückgetretenen Dr. Bernhard Slovsa zum 43. Abt des Stiftes Stams gewählt, setzte Köll sich für die Restaurierung des Stiftes ein. Ein Höhepunkt in seiner Zeit als Abt war 1995 die im Stift Stams gemeinsam mit Schloss Tirol ausgerichtete erste gemeinsame Landesausstellung für Nord- und Südtirol Eines Fürsten Traum zum 700-jährigen Todestag Meinhards II. 1994 gründete er »Freundeskreis des Stiftes Stams«, der sich zum Ziel setzt, das Kloster alljährlich mit bestimmten Projekten finanziell zu unterstützen.

Bis zu seinem Tod war Köll Präsident der 1386 von Heinrich Findelkind (auch Heinrich von Kempten) gegründeten Benefizorganisation Bruderschaft St. Christoph am Arlberg.

Nach Überschreiten der Altersgrenze von 75 Jahren trat Köll von seinem Amt zurück. Seinen Ruhestand verbrachte er in Meran, wo er wieder seelsorgerich tätig war. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren in der St. Anna Klinik in Meran. Er ist in der Abteikirche Stams beigesetzt.

Der Nachruf würdigt Köll als »originelle Priesterpersönlichkeit, der es gelungen sei, zu allen Gruppen der Bevölkerung einen lebendigen Kontakt aufzubauen.« Sein Markenzeichen waren der große seelsorgerliche Einsatz und die Gummibärchen, von denen er immer einen Vorrat dabei hatte und Freunde und Bekannte beim Händedruck damit beschenkte.

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Daten:

V.: Johann Köll, Schneidermeister; M.: Anna Köll; Vest.: 14. Aug. 1949; Prof.: 15. Aug. 1950; Sac.: 29. Juni 1954; Abbas: el. 21. Aug. 1985, ben. 29. Sept. 1985, res. 2003; Dev.: Ut omnes unum sint – Dass alle eins seien (Joh 17,21).

Auszeichnungen:

Ehrenbürger von Sautens und Stams; Verdienstkreuz des Landes Tirol; Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich.

Q.:

Nachruf, südtirol online (stol.it)

Literatur:

Hermann M. Herzog: Abt Josef M. Köll O.Cist. (1928–2008). ACi 60 (2010) 393–400.

Zitierempfehlung: Köll, Josef, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.8.2011, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/K%C3%B6ll,_Josef