Kawetzki, Kunigunde

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Kunigunde Kawetzki

Kunigunde Kawetzki

Kunegunda Zofia Kawecka

Fürstäbtissin von Trebnitz 1699–1705

* 1648 [err.]
† 11. Aug. 1705 Trebnitz, Schlesien [Trzebnica, Polen]

Kunigundis I. Sophia Kawetzki (von Kawze) hatte nach ihrer Profess (19. April 1665) die Ämter einer Kellermeisterin, Novizenmeisterin und Kantorin bekleidet, bevor sie am 7. Mai 1699 im Alter von 51 Jahren zur Äbtissin des hochfürstlichen Zisterzienserinnenstiftes Trebnitz gewählt wurde. Anwesend bei der Wahl waren die Äbte Heinrich Kahlert von Heinrichau, Augustin Neudeck von Kamenz und Dominicus Geyer von Grüssau. Die feierliche Benediktion erhielt sie am 7. November 1699 durch Abt Heinrich Kahlert, den Generalabt Nicolas Larcher von Cîteaux dazu delegiert hatte.

Da ihre Vorgängerin Christina Wrbna-Pawlowska ihr genügend Geld hinterlassen hatte, gab Äbtissin Kunigunde Kaiser Leopold auf dessen Verlangen ein Darlehen über 31.000 Gulden und erhielt statt Zinsen die kaiserlichen Kammergüter[1] im Kreis Schwiebus [Świebodzin] als Pfand und zur Nutzung. Sie nannte sich daher „Der königlichen Burg zu Schwiebus und der Kutschelschen Güter Pfandes-Inhaberin“, eine Bezeichnung, die auch alle ihre Nachfolgerinnen führten, bis König Friedrich Wilhelm II. von Preußen ihrer (letzten) Nachfolgerin Dominica von Gillern die Summe zurückzahlte.

Im Jahr 1700 löste sie die von Kaiser Leopold erneuerten Brau-Urbar-Gerechtigkeiten auf den Gütern Deutmannsdorf [Zbylutów] und Hartliebsdorf [Skorzynice] wieder ein und hatte im selben Jahr bei der Teilung des Fürstentums Oels Streit mit dem Landeshauptmann von Militsch und dem herzoglich württembergischen Rat Max von Salisch, der ihr wegen des Gutes Rux [Rogoż] die schuldige Erbhuldigung nicht leisten wollte und ihr auch die Niedergerichtsbarkeit streitig machte. Der Streit wurde bis vor das Oberamt getragen, wo Salisch schließlich nachgab. Endgültig entscheiden wurde der Streit erst unter der Regierung der Äbtissin Bernarda von Paczinski (reg. 1747–1789).

In der Stiftskirche ließ Äbtissin Kunigunde ein eisernes Gitter vor der Johanneskapelle anbringen, das ihr vergoldetes Wappen trägt. Sie starb schon am 11. August 1705, nach langer Krankheit. Da der Kaiser bei ihrer Bestätigung 1699 verlangt hatte, dass ihre Nachfolgerin eine Deutsche sein müsse, die größtenteils polnischen Konventualinnen sich aber dagegen sperrten, kam es nach ihrem Tod zu einer halbjährigen Vakanz, bevor im März 1706 schließlich Susanna Kopidlanski zu ihrer Nachfolgerin gewählt werden konnte.

gge

  1. Die Burg Schwiebus, Kutschel [Kutschlau, Chociule] und die Vorwerke Blankensee, Blankenfeld, Solbach und Birkholz.

Daten:

Prof.: 19. April 1665; Abbatissa: el. 7. Mai 1699.

Literatur:

Schmidt, Karl August: Geschichte des Klosterstiftes Trebnitz, von dessen Begründung im Jahre 1203 bis auf unsere Zeit. Oppeln, Wilhelm Clar, 1853 · Kastner, August (Hg.): Geschichte und Beschreibung des fürstlichen jungfräulichen Klosterstiftes Cistercienser Ordens in Trebnitz: aus den Stifts-Urkunden und anderen bewährten Schriften zusammengetragen von Aloysius Bach. Neisse: J. Graveur, 1859.

Zitierempfehlung: Kawetzki, Kunigunde, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.12.2016, URL: http://www.biocist.org/wiki/Kawetzki,_Kunigunde