Kempeneers, Dositheus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Dositheus Kempeneers OCSO

Dositheus Kempeneers

Titularprior des Klosters Sint-Sixtus in Westvleteren 1836–1847 und 1856–1871

* 21. Nov. 1795 Hoepertingen, Provinz Limburg, Belgien
04. Feb. 1872 Vleteren, Westflandern, Belgien

Dositheus Kempeneers, Taufname Henricus, geboren am 21. November 1795 in Hoepertingen bei St. Truiden als Sohn von Willem Kempeneers und seiner Frau Catharina Van Straelen, begann am 12. September 1819 sein Noviziat in Westmalle und legte am 17. März 1822 die Mönchsprofess ab. Nach seiner Priesterweihe wurde er Novizenmeister. 1935 mit einem Mitbruder in aussichtslosem Auftrag nach Rom gesandt, erreichte er dort immerhin die Erhebung Westmalles zur Abtei und kehrte 1836 dorthin zurück.

Als das 1821 gegründete Zisterzienserkloster Sint-Sixtus in Westvleteren nach dem Tod des Gründungsoberen Franciscus-Maria Van Langendonck unter die Jurisdiktion des Abtes von Westmalle (Martinus Dom) kam, wurde Dom Dositheus am 10. November 1836 dort als Prior eingesetzt. 1839 nahm er die erste Brauerei in Betrieb und begann 1840 mit dem Kirchenneubau. Im selben Jahr wurde auch eine Grundschule eingerichtet. Die Klostergemeinschaft zählte inzwischen über 40 Professen.

In den 1840er Jahren durchlebte Prior Kempeneers eine persönliche Krise und wollte aus dem Zisterzienserorden aus- und in den Kapuzinerorden eintreten, scheiterte aber am Widerstand seines Abtes Martinus Dom, der nicht auf ihn verzichten wollte und kehrte schließlich nach Sint-Sixtus zurück, das er im November 1844 verlassen hatte.[1] 1847 wurde er von der Klosterleitung abgelöst.

Am 10. Juli 1856 wieder zum Prior gewählt, blieb er im Amt bis zur Erhebung des Priorats (52 Mitglieder) zur Abtei (4. April 1871). Die Kandidatur zur Abtwahl am 14. Juli 1871 lehnte er aus gesundheitlichen Gründen ab[2] und starb acht Monate später, am 4. Februar 1872.

Während Dom Dositheus’ zweiter Amtszeit wurde 1857 bis 1862 mit acht Priestern und zehn Laienbrüdern aus Sint-Sixtus das Kloster Petit-Clairvaux in Tracadie, Kanada, wiederbelebt (1876 Abtei, Abt Dominicus Schietecatte), aus dem die heutige Abtei Spencer in den USA hervorging.

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  1. Schon in seiner Jugend hatte er Kapuziner werden wollen, es aber wegen der Aufhebung der Orden während der napoleonischen Zeit nicht gekonnt. Wesentlicher Grund war die stärker dem franziskanischen Armutsideal (Verzicht auf zeitliche Güter) verpflichtete Lebensweise der Kapuziner. Im November 1844 verließ er eigenmächtig das Kloster. Die Kapuziner in Velp nahmen ihn auf und verhandelten mit der Ordenskongregation in Rom seinen Übertritt. Bevor es jedoch zu einer Entscheidung kam, kehrte P. Dositheus nach Sint-Sixtus zurück, weil er nicht gegen den Willen seines Oberen handeln wollte.
  2. Gewählt wurde Benedictus Wuyts, der aber schon im März 1872 als Abt in das Mutterkloster Westmalle ging.

D:

Vest.: 12. Sep. 1819; Prof.: 17. März 1822.

L:

Lootens, Johannes: De Sint-Sixtusabdij van Westvleteren. Geschiedenis. Löwen 2012 · [Raes, Hildebrand] OFMCap: De kapucijnen in de Nederlanden en het prinsbisdom Luik, door P. Hildebrand, archivaris, Band X, Teil 1, Antwerpen 1956, S. 365.

Zitierempfehlung: Kempeneers, Dositheus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.12.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kempeneers,_Dositheus