Kihn, Georg

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Georg Kihn

Georg Kihn

Abt des Zisterzienserklosters Bildhausen 1618–1639

*   Würzburg
06. Nov. 1639 Königshofen im Grabfeld

Der aus Würzburg stammende Georg Kihn war Prior als er am 2. März 1618 einstimmig zum Abt des Zisterzienserklosters Bildhausen gewählt wurde. Den Wahlakt hatte Abt Kaspar Brack von Ebrach geleitet, die Zahl der Wähler betrug 20. Gleich nach der Wahl wurde der Neugewählte von Abt Kaspar dem Fürstbischof vorgestellt, aber erst nach Beendigung des für den 9. August 1618 nach Würzburg einberufenen Landtags von Suffraganbischof Eucharius Sang unter Assistenz der Äbte von Ebrach und Langheim (Petrus Schönfelder) im Benediktinerkloster St. Stephan in Würzburg feierlich benediziert und infuliert.

Der erste Akt seiner Verwaltung war die Belehnung der von Steinau, genannt von Steinrück, mit dem Klosterhof in Strahlungen am 19. Juni 1618. Im folgenden Jahr übernachtete der von Bischofsheim a. Rh. zurückgekehrte Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen mit großem Gefolge im Kloster. Drei Jahre später, am 20. Januar 1623, nahm Abt Georg in Bamberg an den Beisetzungsfeierlichkeiten für Bischof Johann Gottfried teil. Am 14. Juli 1622 schloss Abt Georg nach langjährigem Streit in Birnfeld mit dem Abt des Benediktinerklosters Theres einen Vergleich über die Verpflichtung zum Bau des Pfarrhauses in Großwenkheim. Im selben Jahre rekonziliierte Weihbischof Jodokus Wagenhäuser die Kirche in Großeibstadt und weihte auf der Rückreise den neu errichteten Marmoraltar in der Klosterkirche Bildhausen.

Im Kloster Bildhausen trat Abt Georg auch als Bauherr in Erscheinung. Er ließ die sogenannte Torkirche von Grund auf neu bauen, die Weihbischof Wagenhäuser am 14. Oktober 1624 konsekrierte (und in der er am Nachmittag firmte), und begann 1625 mit dem Bau einer neuen Prälatur (Abtei) und der damit unter einem Dach stehenden Kanzlei. Auch eine neue Konventküche wurde errichtet. Die Ausführung weiterer Bauten machte der Dreißigjährige Krieg unmöglich. Schon 1626 rückte Wallenstein mit seinem Heer von Bamberg her in fürstbischöflich-würzburgisches Gebiet ein und schlug in der Nähe von Schweinfurt sein Lager auf, um seinen Truppen Rasttage zu geben. Er selbst kam mit seinen Generälen und Stabsoffizieren ins Kloster Bildhausen, während eine Abteilung seines Heeres in der Umgebung einquartiert war. Im selben Jahr wurde auf dem Landtag in Würzburg beschlossen, von allen geistlichen Gütern den 10. und allen weltlichen Gütern den 20. Teil als Kriegssteuer zu erheben. Am 20. Oktober 1627 kam Fürstbischof Philipp Adolf von Würzburg mit seinem Hof nach Bildhausen, übernachtete im Kloster, ließ am nächsten Tag die Klosteruntertanen mustern und reiste nach dem Mittagsmahl nach Königshofen weiter. 1630 übernachtete der von Regensburg zurückkommende Fürstabt Johann Bernhard Schenck zu Schweinsberg von Fulda im Kloster.

1631 besetzten die Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf Königshofen (bis 1635). Fürstbischof Franz von Hatzfeld floh im Oktober 1631 nach Köln, wohin ihm Abt Georg folgte. Inzwischen hatten die Schweden das Kloster besetzt, einen Administrator bestellt und die Mönche, sich noch dort aufhielten, vertrieben. Am 23. Januar 1632 schenkte König Gustav Adolf die Schweinfurter Stadthöfe der Klöster Ebrach und Bildhausen mit allen Einkünften der Stadt Schweinfurt. Der Protest einiger Klostergeistlicher dagegen blieb genauso erfolglos wie der Appell des 1634 aus Köln zurückgekehrten Fürstbischofs beim Deutschen Kaiser. Der Antrag auf Entschädigung wurde vom Reichshofrat zurückgewiesen. Der mit dem Bischof aus Köln zurückgekehrte Abt Georg hielt sich noch einige Wochen am fürstbischöflichen Hof in Würzburg auf und begab sich dann nach Königshofen. 1637 führte er den Vorsitz bei der Abtwahl in Ebrach, aus der der Würzburger Johann Pfister hervorging, und nahm am 2. Februar 1638 an dessen vom Fürstbischof selber vorgenommenen Benediktion im Würzburger Dom teil.

Da die Zeiten immer noch höchst unruhig waren und sich der Abt in Bildhausen nicht sicher fühlte, hielt er sich fast immer in Königshofen auf, wo er am 6. November 1639 starb und in der Pfarrkirche ebenda am Hauptaltar begraben wurde. Sein besonderes Verdienst besteht darin, dass er die noch vorhandenen Urkunden und Dokumente des Klosters sammeln und abschreiben ließ und sie so für die Nachwelt erhielt. Die Klosterchronisten schildern ihn als einen talentvollen und sehr emsigen Mann. Zu seinem Nachfolger wurde Valentin Hendinger aus Langendorf gewählt.

gge, Mai 2018


Daten:

Abbas: el. 2. März 1618.

Literatur:

Rost, Johann Wilhelm: Geschichte der fränkischen Cisterzienser-Abtei Bildhausen. Aus handschriftlichen Urkunden. Würzburg 1852 · Schnell, Otto: Personalstand der Cistercienser-Abtei Bildhausen während der Zeit ihres Bestandes, in: Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg Bd. 30, Würzburg 1887, S. 135–172.

Zitierempfehlung: Kihn, Georg, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 19.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kihn,_Georg