Kirchleutner, Kaspar

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Kaspar Kirchleutner

Kaspar Kirchleutner

48. Abt des Stiftes Baumgartenberg 1615–1632

* 1583/84
05. März 1632

Kaspar Kirchleutner (Kirchleuthner) hatte, wie auch sein Vorgänger Georg Stephanides mit mehreren anderen Deutschen am Collegium Germanicum in Rom studiert und im Kloster Cîteaux sein Noviziat absolviert. Danach war er in Heiligenkreuz eingetreten und später Professe und Kämmerer des Zisterzienserklosters Rein in der Steiermark geworden. Am 2. September 1615 wurde er von den vier verbliebenen Kapitularen auf Empfehlung des Kaisers Matthias zum Abt von Baumgartenberg postuliert, nachdem der Administrator, Abt Georg Grill von Wilhering, wiederholt abgelehnt hatte. Abt Kaspar reiste von Wien, wo er vor dem Klosterrat eine Prüfung abgelegt hatte, nach Baumgartenberg und wurde von Vaterabt Christoph Schäfer von Heiligenkreuz installiert. 1616 infulierte und benedizierte ihn Generalabt Nikolas Boucherat von Cîteaux, der sich in Baumgartenberg aufhielt.

Als Abt stabilisierte Kaspar Kirchleutner die wirtschaftliche Situation des Stiftes, tilgte viele Schulden und konnte 1622 das Konventgebäude und andere Stiftsgebäude neu bauen lassen. Er schaffte kostbare Ornamente an, ließ den Hochaltar und andere Altäre neu errichten, kaufte mehrere Weinberge um Klosterneuburg und ein Haus in Linz (später öffentliche Bibliothek). Zur Zeit des oberösterreichischen Bauernaufstandes 1626 agierte er mit großer Klugheit. Den Bauern, die die Rüstkammer des Stiftes berauben wollten, gab er Wein und ließ sie wieder abziehen. Kraftvoll in der katholischen Gegenreformation tätig, wurde er von Kaiser Ferdinand II. zum Kommissär in diesen Angelegenheiten ernannt. Der mit seinen Diensten zufriedene Kaiser inkorporierte dem Kloster Baumgartenberg 1627 die drei nahegelegenen Pfarren Pergkirchen, Münzbach und Altenburg mit allen Renten. 1630 ernannte der Kaiser den Abt zum Hofrat.

Schon seit mehreren Jahren an der Podagra (Gicht) leidend, starb Abt Kaspar am 5. März 1632 im 48. Lebensjahr und wurde in der Mitte des Presbyteriums begraben.

gge, Nov. 2017


Daten:

Abbas: el. 2. Sep. 1615.

Literatur:

Pritz, Franz Xaver: Geschichte des aufgelassenen Cistercienser-Klosters Baumgartenberg im Lande ob der Enns. Aus Urkunden und anderen Quellen (Archiv für österreichische Geschichte 12), Wien 1854, S. 44–45.

Zitierempfehlung: Kirchleutner, Kaspar, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 13.4.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kirchleutner,_Kaspar