Klausener, Petrus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Petrus Klausener OCSO

Petrus Klausener

Zisterzienser der strengeren Observanz; Prior von Darfeld und 1. Abt von Ölenberg

* 25. Dez. 1782 Burtscheid [heute zu Aachen]
† 28. Juni 1850 Oelenberg, Elsass

Petrus Nikolaus Klausener wurde am 25. Dezember 1782 als eines der zehn Kinder des Architekten Franz Adolf Klausener (1739–1789) und seiner Frau Maria Christina Kühl in Burtscheid im Regierungsbezirk Aachen geboren. Am 14. September 1802 trat er als Postulant in das Zisterzienserkloster Darfeld-Rosenthal (in Klein-Burlo) in Westfalen ein und legte am 9. April 1805 die feierlichen Gelübde ab. Im Jahr darauf, am 30. August 1806[1], empfing er im Dom zu Münster die Priesterweihe. Nach dem Tod des Abtes Eugène de Laprade († 16. Juni 1816) bestellte ihn Papst Pius VII. 1817 zum Oberen des Doppelklosters Darfeld. Eine Abtwahl war wegen der politischen Verhältnisse nicht möglich. Darfeld wurde als Priorat weitergeführt und Klausener am 26. Februar 1819 einstimmig zum Titularprior gewählt[2].

Die nächsten Jahre brachten für die Zisterzienser schwere Zeiten. Durch Edikt vom 24. Juli 1811 hatte die französische Regierung in ihrem Einflussgebiet, zu dem das Königreich Westfalen gehörte, alle Trappistenklöster aufgehoben und ihr Vermögen eingezogen; die Mönche und Nonnen mussten bis auf wenige Ausnahmen Darfeld verlassen. Erst 1814, nachdem sich durch die Niederlage Napoleons die Lage entspannt hatte, wurde ihnen von der nun preußischen Regierung die Rückkehr gestattet, wenn auch unter Bedingungen, die ein reguläres Ordensleben unmöglich machten. Gleichzeitig hatte sich Abt Laprade beim französischen König Ludwig XVIII. um die Rückkehr der Konvente nach Frankreich bemüht, die schließlich auch gestattet wurde. Ein Teil des Männerkonvents begab sich unter Führung des Donatenmeisters Bernard de Girmont nach Entrammes und gründete dort am 21. Februar 1815 das Kloster Port-du-Salut, ein anderer Teil gründete 1817 unter der Führung des ehemaligen Darfelder Subpriors Germain Gillon das Kloster Gard. Die deutschen Mönche und die Nonnen wandten sich nach Laprades Tod unter der Führung ihres Superiors Klausener ins Elsass, wo sie 1824 das ehemalige Augustiner-Chorherren-Kloster Ölenberg bei Reiningen erwerben konnten. Im September 1825 zogen die letzten 62 Darfelder Trappisten (34 Nonnen und 28 Mönche) in Oelenberg ein[3]. Die Klosteranlage auf dem Rosenthal wurde 1827 abgerissen.

Kaum hatten sich die Konvente in Ölenberg eingerichtet, vertrieb sie die französische Julirevolution von 1830 erneut. Klausener ging mit der Oberin des Schwesternhauses Stanislaus Schey und einigen Schwestern zunächst in das ehemalige Kloster Beinwil in der Schweiz (Kanton Solothurn), dann nach Laufen im Kanton Bern.

Als sich die Lage in Frankreich wieder beruhigt hatte, kehrten die Mönche (und später auch die Nonnen) nach und nach in ihr Kloster zurück, das 1831 zur Abtei erhoben wurde. Am 10. Februar 1832 zum Abt gewählt, wurde Petrus Klausener nach der Bestätigung durch den Generalpräses der Zisterzienser Sisto Benigni (3. März 1832) am 2. April 1832 installiert und empfing am 12. August 1832 in Freiburg in der Schweiz von Bischof Pierre-Tobie Yenni die Benediktion[4].

Unter Klauseners Leitung gelangte die neue Abtei rasch zur Blüte. Es konnten Ländereien gekauft und Wirtschaftsgebäude errichtet werden. Der Lebensunterhalt der beiden Konvente war gesichert. In Abt Klauseners Todesjahr 1850 gehörten 100 Mönche zur Klostergemeinschaft, einschließlich der Novizen (Knoll 252).

Petrus Klausener starb nach langen Jahren der Krankheit am 28. Juni 1850. Er wurde auf dem sog. Darfelder Friedhof, dem Friedhof der Ölenberger Äbte, beigesetzt. Sein Nachfolger wurde der Prior Ephrem van der Meulen (Knoll 252).

gge, Feb. 2011

  1. Knoll S. 205, FN 351.
  2. Knoll S. 206; vermutlich unter dem Vorsitz des Apostolischen Nuntius Ciamberlani (Stintzi S. 117).
  3. Nach anderen Angaben zogen die Nonnen erst im Januar 1826 um.
  4. Der eigentlich zuständige Bischof Tharin von Straßburg hatte es vor dem Hintergund der Julirevolution nicht für ratsam gehalten, die Benediktion selbst und in Frankreich vorzunehmen. (Knoll 252, FN 58).

Daten:

Vest.: 1. April 1804 (Darfeld); Prof.: 9. April 1805 (Darfeld); Sac.: 30. Aug. 1806 (Münster); Abbas: el. 10. Feb. 1832, inst. 2. April 1832, ben. 12. Aug. 1832 (Freiburg, CH).

Literatur:

Neuer Nekrolog der Deutschen 28 (1850) 945–948 (Nr. 264). · Knoll, Wilhelm: 30 Jahre Trappistenniederlassung in Darfeld 1795–1825, Aachen: Bernardus, 2012 · Stintzi, Paul: Oelenberg. 900 Jahre Geschichte der Abtei (1046–1954), (Alsatica Monastica 4), Westmalle 1962, passim.

Zitierempfehlung: Klausener, Petrus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.5.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Klausener,_Petrus