Knoll, Christoph

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Christoph Knoll

Christoph Knoll

Abt des Klosters Hohenfurt in Böhmen 1507–1528

05. Feb. 1542 Hohenfurt [Vyšší Brod, Tschechien]

Christoph Knoll, gebürtig aus Wels in Oberösterreich, war sicher 1507 Abt, wie P. Stephan Lichtblau aufgrund der Inschrift „Christophorus Abbas 1507“ an einer noch zur Zeit des Abtes Hermann Kurz vorhandenen, dann aber 1788 im Zuge des Josephinismus an das königliche Münzamt in Prag abgelieferten großen silbernen Monstranz nachweist, die er selber noch in Händen gehalten hat.

Abt Knoll war ein guter Wirtschafter und investierte die dadurch gewonnenen Ersparnisse vor allen in die Ausstattung der Stiftskirche, für die er u.a. fünf Altäre errichten oder renovieren ließ. Am 11. Juli 1507 konsekrierte der Passauer Weihbischof Bernhard Meurl von Leombach die renovierte Pfarrkirche in Unterhaid.

1525 verweigerten die Stiftsuntertanen in Hohenfurt und Umgebung, denen er noch im Vorjahr große Rechte und Freiheiten eingeräumt hatte, dem Abt die Gefolgschaft. Die Ursache dieser ’Rebellion’ ist wahrscheinlich im aufkommenden Protestantismus zu suchen. Vielleicht aus Alters- und Gesundheitsgründen den Anforderungen nicht mehr gewachsen, bat Abt Christoph am Samstag nach Jakobi (29. Juli) 1525 den Vaterabt Leonhard Rosenberger von Wilhering um seine Resignation, die ihm aber erst im Juni oder Juli 1528 gewährt wurde. Seine letzte Urkunde ist vom Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag 1528 datiert, am 13. Juli 1528 wurde sein Nachfolger Paul Klötzer gewählt.

Die letzten 14 Lebensjahre verbrachte der resignierte Abt Christoph im Kloster, wo er am 5. Februar 1542 starb. Sein Grabmonument in der Stiftskirche trägt die Inschrift: A. D. 1542 die 5. Februarii obiit Christophorus Knoll de Wels.

gge, April 2017


Literatur:

Gottsmich, Severin: Hohenfurt. Zur Geschichte seines Stiftes und seiner Pfarreien, in: Cistercienser Chronik 76 (1969) S. 27–139 · Kaindl, Dominik: Geschichte des Zisterzienserstiftes Hohenfurt in Böhmen. Hohenfurt, 1930, S. 44–45 · Pavel, Raphael: Hohenfurt, in: Beiträge zur Geschichte der Cistercienser-Stifte. (=Xenia Bernardina III). Wien : A. Hölder, 1891, S. 344f. · Proschko, Franz Isidor: Das Cistercienser-Stift Hohenfurth in Böhmen. Linz: Babette Eurich, 1858 · Mikowec, Ferdinand Bretislav: Das Cistercienserstift Hohenfurt in Böhmen. Eine monografische Skizze. Wien und Olmütz: Eduard Hölzel, 1858 · M[illauer], M[aximilian]: Reihenfolge der Äbte des Cistercienser-Stiftes Hohenfurth, in: Monatsschrift der Gesellschaft des Vaterländischen Museums in Böhmen, 2. Jg. Prag, 1828, S. 166–178.

Zitierempfehlung: Knoll, Christoph, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 16.4.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Knoll,_Christoph