Kollefrath, Magdalena

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Magdalena Kollefrath

Magdalena Kollefrath OCist

Äbtissin des Klosters Lichtenthal 1880–1909

* 20. Dez. 1841 Hügelsheim
† 18. Jan. 1909 Baden-Baden-Lichtental

Maria Magdalena Kollefrath, Taufname Richardis, wurde 1841 in Hügelsheim (Lkrs. Rastatt) als Tochter des Zollverwalters Johann Baptist Kollefrath geboren. Ihr Bruder Augustin Kollefrath war später Pfarrer in Wil im Kaiserstuhl (Aargau).

Sie bat am 8. Juli 1857 im Kloster Lichtenthal um Aufnahme und wurde am 26. August 1861 zur Profess zugelassen. Neunzehn Jahre war sie Lehrerin an der Klosterschule und wurde am 24. Mai 1880, nach dem frühen Tod ihrer Vorgängerin Aloysia Schreiber, von den siebzehn stimmberechtigte Chorfrauen zur Äbtissin gewählt und – nach Erhalt der Altersdispens – am 24. Juni von Weihbischof Lothar von Kübel benediziert.

Äbtissin Magdalena war eine „überaus lebhafte, unternehmende Frau“ mit einer „Überfülle von Energie“, wie der Freiburger Domdekan Karl Franz Weickum konstatierte, der 35 Jahre als erzbischöflicher Kommissar für das Kloster zuständig war.

Da wegen des Kulturkampfs in Deutschland eine Aufhebung des Klosters Lichtenthal zu befürchten war, erwarb sie 1882/83[1] den „Bloshof“[2] bei St. Pauls-Eppan in Südtirol, der im Ernstfall als Asylstätte für die Schwestern und als Noviziatshaus[3] dienen sollte. Daraus entwickelte sich das Priorat St. Joseph (Gründungsdatum 1. Mai 1883). 1887 wurde in einem Nebengebäude das Pensionat eröffnet, das den Namen Mariengarten erhielt. Dieser galt fortan auch für das Kloster[4], das schon 1898 selbständig wurde. 1904 wurde die Kirche geweiht, 1914 das Priorat zur Abtei erhoben und M. Charitas Thoma zur Äbtissin ernannt.

Im Kloster Lichtenthal ließ Äbtissin Magdalena über dem eigentlichen Frauenchor einen beheizbaren Winterchor bauen und die Klosterkirche renovieren. Während ihrer Amtszeit wurde 1900 in Rom die (Wieder-)Anerkennung Lichtenthals als Zisterzienserinnenkloster erreicht, das aber gleichzeitig aus der Jurisdiktion des Ordens gelöst und dem Freiburger Erzbischof unterstellt wurde (der de facto schon seit der Säkularisation die Aufsicht hatte).

Äbtissin Magdalena Kollefrath starb am 18. Januar 1909 nach langer Krankheit. Zu ihrer Nachfolgerin wurde am 9. Februar die Chorfrau Gertrudis Molz gewählt.

gge, Juni 2017

  1. Eine Niederlassung im Ausland zu gründen, war schon von Äbtissin Sophia Schell erwogen worden.
  2. Das Anwesen war schon 1879 von den aus Münster in Westfalen vertriebenen Salesianerinnen erworben und für die Einrichtung eines Pensionats teilweise ausgebaut worden, musste jedoch aus finanziellen Gründen wieder an den ursprünglichen Eigentümer, Paul Ritter von Putzer-Reibegg, zurückgegeben werden.
  3. In Lichtenhtal durften schon seit einigen Jahren keine Novizinnen mehr aufgenommen werden.
  4. Um Verwechslungen mit dem Konvent St. Josef der Dominikanerinnen in St. Michael Eppan zu vermeiden.

Daten:

Prof.: 26. August 1861; Abbatissa: el. 24. Mai 1880, ben. 24. Juni 1880.

Literatur:

Bauer, Benedikt: Das Frauenkloster Lichtenthal. Geschichte, Kirchen und Altertümer. Baden-Baden : Weber, 1896, S. 240–243 · Schindele, Pia: Die Abtei Lichtenthal. Ihr Verhältnis zum Cistercienserorden, zu Päpsten und Bischöfen und zum badischen Landesherrn im Laufe der Jahrhunderte, in: Freiburger Diözesan-Archiv 105, Freiburg: Herder 1985, S. 67–248.

Normdaten:

GND: 1012558843 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Kollefrath, Magdalena, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.5.2018, URL: http://www.biocist.org/wiki/Kollefrath,_Magdalena