Kostelec, Augustin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Avguštin Kostelec OCist

Avguštin Kostelec

Abt von Sittich [Stična] 1924–1963

* 05. Aug. 1879 Drašiči bei Metlika, Slowenien
† 22. Feb. 1963 Stična, Slowenien

Auguštin Kostelec, ein slowenischer Bauernsohn aus der Weißen Mark, war das vierte von sechs Kindern des Nikolaj Kostelec und seiner zweiten Ehefrau Barbara Pečarič und wurde auf den Namen Martin getauft. Er besuchte die Grundschule in Metlika, die ersten beiden Gymnasialklassen in Novo mesto und die folgenden sechs Klassen in der Hauptstadt Ljubljana. Nach der siebten Klasse trat er am 8. September 1899 in das Noviziat des damaligen Mehrerauer Priorats Sittich ein. Nach dem Studium in Sittich und Mehrerau wurde er am 10. April 1904 in Sittich zum Priester geweiht. Von 1907 bis 1918 war er Novizenmeister, außerdem von 1908 bis 1913 Subprior. 1913 wurde er Prior und 1918 von der Universität Graz zum Doktor der Theologie promoviert.

Nach dem Weggang des Abtes Bernhard Widmann (1920) übernahm er die Leitung der in Sittich verbliebenen Klostergemeinde und wurde am 7. November 1924 einstimmig zum Abt gewählt. Unter seiner Leitung erlebte das Kloster in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen einen regelrechten Boom. 1936 gehörten ihm 57 Mönche (Priester und Brüder) an. Einer der Gründe dafür war der von Abt Augustin betriebene Ausbau von Schule und Internat. Für die studierenden Kleriker eröffnete er ein Studienhaus in Lubljana.

Während des Zweiten Weltkriegs bot das Kloster vielen von den Deutschen vertriebenen slowenischen Priestern Zuflucht. Die nach der Machtübernahme der Kommunisten umgesetzte Bodenreform beraubte das Kloster seiner wirtschaftlichen Grundlage, auch wurden einige Gebäude besetzt. Abt Augustin wurde der Kollaboration mit den deutschen Besatzern beschuldigt und inhaftiert, kam nach zehn Tagen aber wieder frei.

Im Herbst 1961 an einer Lungenentzündung erkrankt, erlitt er am 27. Januar 1963 einen Herzinfarkt. Ein zweiter Infarkt setzte seinem Leben am 22. Februar 1963 ein Ende. Er wurde zwei Tage später in der Krypta der Abteikirche beigesetzt. Seine Grabplatte trägt die schlichte Inschrift Augustinus 1924–1963.

Ihm folgte Rafael Ašič.

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Daten:

Vest.: 8. Sep. 1899; Sac.: 10. April 1904; Abbas: 7. Nov. 1924; Dev.: Sit mihi Dominus fortitudo et refugium.

Literatur:

Uredništvo: Kostelec, Avguštin (1879–1963). Slovenska biografija. Slovenska akademija znanosti in umetnosti, Znanstvenoraziskovalni center SAZU, 2013. [1]. Izvirna objava v: Slovenski biografski leksikon: 4. zv. Kocen - Lužar. Franc Ksaver Lukman et al. Ljubljana, Zadružna gospodarska banka, 1932.

Zitierempfehlung: Kostelec, Augustin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.2.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kostelec,_Augustin