Kostrzański, Hubert

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Hubert Kostrzański

Hubert Kostrzański OCist

Abt von Szczyrzyc 1971–1996

* 09. April 1913 Kostrza bei Tymbark, Polen
05. Jan. 2002 Chicago, Illinois, USA

Hubert Kostrzański, Taufname Franciszek, stammte aus dem Dorf Kostrza in der von Zisterziensern betreuten Pfarrei Jodłownik in der Diözese Tarnow. Er besuchte die vierklassige Grundschule in Jodłownik und drei weitere Schuljahre in Limanowej-Sowlinach. Danach besuchte er die Landwirtschaftsschule in Łososina Górna, die er 1932 abschloss, und begann dann ein Gartenbaustudium in Posen (Poznan), das er aber unterbrach, um seine Ausbildung in den Geisteswissenschaften zu vervollständigen (Lyceum Boleslaw in Nowy Sącz). Im Juni 1937 bestand er dort die Reifeprüfung und erhielt die Zulassung zum Priesterseminar in Tarnow (29. Sep. 1937), trat aber stattdessen in die Zisterzienserabtei Szczyrzyc ein. Am 12. November 1937 begann er dort sein Noviziat und studierte dann Philosophie und Theologie in Krakau. Am 30. November 1941 legte er seine feierliche Profess in die Hände des Abtes Benedykt Biros ab und wurde am 28. Juni 1942 gemeinsam mit P. Bronisław Chruślicki zum Priester geweiht.

Nach der Priesterweihe war er als Feldkaplan (Deckname „Mirt“) im Bezirk Krakau in der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, AK), tätig, die im Untergrund gegen die deutsche Besatzung kämpfte. Er erhielt mehrere Auszeichnungen. 1944 verhaftet und in Krakau inhaftiert, gelang ihm die Flucht, zunächst nach Prag, dann nach Italien, wo er wieder als Feldkaplan eingesetzt wurde, diesmal im II. polnischen Korps des Generals Władysław Anders. Nach Kriegsende ging er – auf der Flucht vor den Kommunisten – nach England, dann mit Erlaubnis des Generalats der Zisterzienser in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er mehrere Jahre als Hausgeistlicher der Josefsschwestern und in der Missionsarbeit unter den polnischen Einwanderern im Raum Chicago tätig war. 1958 gründete er dort die polnische Mission in Willow Springs bei Chicago (Our Lady Mother of the Church).

Am 30. November 1971 wurde er zum Abt von Szczyrzyc gewählt und am 30. April 1972 benediziert. Er kümmerte sich um die geistige Entwicklung der Abtei und die materiellen und wirtschaftlichen Einrichtungen. Das Kloster und die Kirche wurden komplett renoviert und ein Museum eröffnet. Als großer Marienverehrer initiierte er die feierliche Krönung des Gnadenbildes Unserer Lieben Frau von Szczyrzyc (Matka Boża Szczyrzyckiej) durch Józef Kardinal Glemp am 19. August 1984.

Nach seiner Resignation 1996 ging er als emeritierter Abt nach Willow Springs zurück. Er starb am 5. Januar 2002 in einem Chicagoer Krankenhaus und wurde auf dem Resurrection Cemetery beerdigt.

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Daten:

Vest.: 12. Nov. 1937; Prof.: sol. 30. Nov. 1941; Sac.: 28. Juni 1942; Abbas: el. 30. Nov. 1971, ben. 30. April 1972, res. 11. Juli 1996.

Literatur:

Halcarz Aleksy, Prokop Krzysztof R.: Opat Hubert Franciszek Kostrzański (1913-2002). Alma Mater Nr. 43, 2002, S. 14–17.

Zitierempfehlung: Kostrzański, Hubert, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 2.3.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kostrza%C5%84ski,_Hubert