Krahl, Ignaz

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Ignaz Krahl

Ignaz Krahl

Ignatius Krahl, Ignác Krahl, Ignác Petr Krahl

Abt des Zisterzienserstiftes Osek 1877–1886

* 21. April 1828 Lomnitz, Bez. Jičín, Böhmen [Lomnice nad Popelkou]
† 31. Juli 1886 Ossegg, Böhmen [Osek, Tschechien]

Peter Krahl wurde 1828 in Lomnitz an der Popelka als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie geboren. Nach der Übersiedlung seiner Eltern nach Komotau besuchte er das dortige Gymnasium. 1847 wurde er in die Zisterzienserabtei Ossegg aufgenommen und nach dem Studium am bischöflichen Seminar in Leitmeritz [Litoměřice] zum Priester geweiht (Primiz 15. Aug. 1852).

Nach der Priesterweihe mit der Leitung der Bibliothek betraut, bereitete er sich daneben auf das Lehramt für klassische Philologie vor, half in der Seelsorge aus und verfasste unter dem Pseudonym P. Peregrin einige kleinere Schriften für die katholische Jugend. 1856 wurde er als Lehrer an das Komotauer Gymnasium entsandt, wenn auch nicht wie vorgesehen für klassische Philologie, sondern für Geschichte und Deutsch. In dieser Tätigkeit blieb er 22 Jahre, bis er 1877 an Stelle des verstorbenen Dr. Salesius Mayer zum Abt gewählt wurde, unter dem Vorsitz des Generalvikars Leopold Wackarž, der auch die Benediktion vornahm (Schneider).

Abt Ignatius ließ das Kloster komplett renovieren; seine besondere Aufmerksamkeit aber widmete er neben seinen sonstigen Aufgaben der Gartenkultur, dem Obstbau und der Fischzucht. Im Obstgarten ließ er neue Sorten anpflanzen und die das Kloster umgebenden Gärten im landschaftlichen Stil umgestalten – die Arbeiten dazu leitete er in eigener Person. Besonders der sog. Park, der Abteigarten, wurde zu einem beliebten Anziehungspunkt für Kurgäste aus Teplitz und andere Besucher.

Neben den baulichen Veränderungen im Stift förderte Abt Ignatius auch die wissenschaftliche Tätigkeit seiner Mitbrüder; besonders gerne widmete er sich selbst der Astronomie. Schon als Gymnasiallehrer hatte er dazu wertvolle Instrumente angeschafft.

Im März 1886 erlitt Ignatius Krahl einen Schlaganfall, in dessen Folge sich sein Gesundheitszustand soweit verschlechterte, dass er am 31. Juli 1886 starb.

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Daten:

Vest.: 4. Sep. 1847; Prof.: 27. April 1851; Primiz: 15. Aug. 1852; Abbas: el. 8. Feb. 1877

Werke:

Geschichte der Stadt Komotau. Brüx 1861, ²1862, Prag 1863, Komotau 1914.

Literatur:

StMBO 7 (1886) 433–435 [Nachruf] · Schneider, Bruno: Neues zur Frühgeschichte der Österreichisch-Ungarischen Zisterzienserkongregation (1859–1880). Die Wahl von Leopold Wackarz zum Generalvikar und ihre Folgen. ACi 52 (1996) 136–203, hier S. 187.

Normdaten:

GND: 127869085 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Krahl, Ignaz, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 10.3.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Krahl,_Ignaz