Kranicher, Vigilius

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Vigilius Kranicher
Portrait von Josef Schöpf, 1785/86, Museum Stift Stams

Vigilius Kranicher von Kranichsfeld

34. Abt des Zisterzienserstiftes Stams 1766–1786

* 7. Feb. 1722 Innsbruck
† 7. Mai 1786 Innsbruck

Vigilius Kranicher von Kranichsfeld, aus Innsbruck, Profess in Stams am 13. August 1741; Theologieprofessor im Stift, zum Abt gewählt am 26. Mai 1766 und benediziert am 27. Juli desselben Jahres.

Kranicher war ein gelehrter und kunstsinniger Geist, unter ihm erreichte das Kloster einen Personalhöchststand. Er baute die Stiftsseelsorge aus, errichtete den Krankentrakt (»Vigiliustrakt«) und 1778 ein Knabenseminar, um Singknaben und Instrumentalisten für den Figuralchor in Stams selbst ausbilden zu können. Die Schüler wurden in den Fächern der ersten drei Gymnasialklassen und der Musik unterrichtet. Zu Kranichers Zeit musste das Stift die Pfarrei Seefeld übernehmen. In der zum Kloster gehörenden Pfarrei Wertach wurde in der Filiale Jungholz eine sog. Lokalkaplanei eingerichtet.

1785 konnte Abt Kranicher die Klosteraufhebung unter Kaiser Joseph II. verhindern; das schon erlassene Aufhebungsdekret wurde wieder zurückgenommen.

Nach Kranichers Tod 1786 kam das Stift unter die Leitung eines Kommendatarabts bis 1790 mit Sebastian Stöckl wieder ein regulärer Abt gewählt werden konnte.

gge


Daten:

Prof.: 13. Aug. 1741; Abbas: el. 26. Mai 1766, ben. 27. Juli 1766.

Lit.:

700 Jahre Stift Stams 1273–1973. Stams 1973.

Zitierempfehlung: Kranicher, Vigilius, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.8.2011, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kranicher,_Vigilius