Löffler, Anton

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Anton Löffler

Anton Löffler

letzter Abt der Zisterzienserabtei Reifenstein 1800–1803

* um 1766 Treffurt
02. Jan. 1823 Reifenstein

Anton Löffler aus Treffurt, ein Neffe des früheren Abtes Adrian Löffler (reg. 1755–1769), war Prior als er am 22. Juli 1800 zum Abt von Reifenstein gewählt wurde.[1] Am 16. August vom Kurfürsten bestätigt, wurde er am 12. Oktober durch Weihbischof Johann Maximilian von Haunold in Erfurt benediziert. Assistenten waren die Benediktineräbte Edmund Otto von Gerode und Placidus Muth vom Peterskloster in Erfurt.

Wie auch sein Vorgänger geriet Abt Anton bald mit dem erzbischöflichen Kommissariat in Streit, diesmal über die Besetzung von Lehrerstellen in den drei Klosterdörfern Kallmerode, Kleinbartloff und Hausen. Jedoch wurde dieser Streit durch die vom preußischen König per Kabinettsorder vom 20. Januar 1803 verfügte Aufhebung des Klosters beendet, die am 2. März 1803 durch den Kriegs- und Domänenrat von Bassewitz zur Ausführung gebracht wurde.

Abt Anton, der Mitra, Stab, Ring und Siegel hatte abgeben müssen, konnte mit einigen Mitbrüdern im Kloster wohnen bleiben. Ihm wurden eine Kutsche und zwei Pferde zur Verfügung gestellt, außerdem eine Pension von 1200 Talern gezahlt. Auch zwei Kreuze und zwei Ringe erhielt er auf seine Bitte hin per königlicher Kabinettsorder vom 21. März 1803 zurück. Er starb am 2. Januar 1823 im Kloster, 58 Jahre alt.

gge, Jan. 2019

  1. Die von ihm selbst verfasste Liste der Konventualen zur Zeit der Aufhebung 1803 gibt sein Alter mit 37 Jahren an.

Daten:

Abbas: el. 22. Juli 1800, ben. 12. Okt. 1800.

Literatur:

Schneiderwirth, Johannes Hermann: Das einstige Cisterzienserkloster Reifenstein auf dem Eichsfelde. Heiligenstadt: Cordier, 1902, S. 60–63 · Knieb, Philipp: Zur Geschichte des ehemaligen Zisterzienser-Klosters Reifenstein, in: Unser Eichsfeld 9, Heiligenstadt: Cordier, 1914, S. 242–244 · Müller, Johannes: Das ehemalige Zisterzienserkloster Reifenstein auf dem Eichsfeld, Duderstadt, 1936, S. 29–32 · Siebrand, Hermann-Josef: Abt Anton Löffler, der letzte Abt des Klosters Reifenstein 1800–1803, in: Eichsfelder Heimatstimmen, Heiligenstadt: 1992, Heft 2, S. 61–63 · Haendly, Karl Paul: Das kurmainzische Fürstentum Eichsfeld im Ablauf seiner Geschichte, seine Wirtschaft und seine Menschen 897 bis 1933, Duderstadt: Mecke, 1996, S. 249 f. · Der Konvent Reifenstein zur Zeit der Aufhebung, in: Cistercienser Chronik 17 (1905), S. 146–147.

Zitierempfehlung: Löffler, Anton, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.2.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/L%C3%B6ffler,_Anton