La Forest-Divonne, Augustin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Augustin de La Forest-Divonne

Augustin de La Forest-Divonne

3. Abt von Bellefontaine 1845–1849

* 01. Dez. 1806 Tillenay, Burgund
† 21. Aug. 1880 Dole, Franche-Comté

Augustin de La Forest de Divonne, Taufname Paul Jean-Baptiste, gehörte zu einem jüngeren Zweig der aus Savoyen stammenden Familie La Forest, aus der schon zwei Äbte von Tamié hervorgegangen waren (Jean-Antoine de La Forest-Somont (1645–1701) und François-Nicolas de La Forest-Somont). Seine Familie besaß die Grafschaft Divonne im heutigen Kanton Gex. Der General Louis de La Forest Divonne (1765–1838) wurde 1827 Pair von Frankreich.

Paul de La Forest-Divonne wurde auf dem Herrenhaus Tillenay in Burgund als ältestes der zwölf Kinder des Generals der königlichen Garde Cyrille de La Forest-Divonne (1770–1845) und seiner Frau Elisabeth de Fontenette-Sommery (1787–1859) geboren. Er legte in früher Jugend den Grafentitel ab und trat am 30. Januar 1823 in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Bellefontaine ein. Nach seiner feierlichen Profess am 9. Oktober 1828 wurde er am 24. Mai 1834 zum Priester geweiht. Abt Fulgence Guillaume machte ihn zum Subprior. Am 30. Juni 1845 unter dem Vorsitz des Generalvikars Joseph-Marie Hercelin, Abt von La Trappe, zum dritten Abt von Bellefontaine gewählt, wurde er am 28. Oktober 1845 durch den Bischof von Angers benediziert, als erster der Äbte in der Abteikirche.

Der wohl an Depressionen leidende Dom Augustin merkte schnell, dass er der Führungsverantwortung nicht gewachsen war, und versuchte, die zu schwere Bürde niederzulegen. Schon im folgenden Jahr, 1846, verließ er seinen Posten. Auf Zureden seines Vorgängers Guillaume und des Generalvikars Hercelin Anfang 1847 nach Bellefontaine zurückgekehrt, nahm er sein Amt widerstrebend wieder auf. Äußere Umstände wie die Separation der Trappistenkongregationen 1847 und die Auswirkungen der Junirevolution 1848 erhöhten den Druck noch, so dass Dom Augustin 1849 einen ehrenhaften (vom Generalkapitel bestätigten) Ausweg in der Wiederbelebung des verfallenen Klosters Fontgombault suchte und fand. Am 22. Oktober 1849 demissionierte er in Bellefontaine und ging mit mehreren Chormönchen und Konversbrüdern nach Fontgombault.

Auch in Fontgombault blieb er nicht lange. Nachdem er am 10. Januar 1853 von Rom seine Säkularisation erhalten hatte, verließ er das Kloster für immer. Einige Zeit lehrte er Heilige Schrift am Priesterseminar von Angoulême und zog sich dann nach Paris zurück. Von 1868 bis 1870 war er wegen seiner Depressionen in ärztlicher Behandlung. Nachdem er eine Zeit lang in Grenoble gelebt hatte, zog er sich, alt und krank, zu seiner Schwester in Dole in der Freigrafschaft Burgund zurück, wo er am 21. August 1880 starb.

gge


Daten:

Prof. 9. Okt. 1828; Sac.: 24. Mai 1834; Abbas: ben. 28. Okt. 1845, res. 11. Okt. 1849; Dev.: Tout à travers.

Literatur:

Saint-Saud, comte de [Aymard]: Armorial des prélats français du XIXe siècle. Paris : H. Daragon, 1906, S. 323 · Uzureau, F[rançois]: Le troisième Abbé de la Trappe de Bellefontaine, L'Anjou historique 15 (1914), S. 103–108 · Grandais, Serge: Abbaye de Bellefontaine 1000 ans d'histoire. Bégrolles-en-Mauge: Abbaye Bellefontaine/ARCCIS, 2004, S. 299–304

Zitierempfehlung: La Forest-Divonne, Augustin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.12.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/La_Forest-Divonne,_Augustin