Ladenbauer, Willibald

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Willibald Ladenbauer OCist

Willibald Ladenbauer OCist

Gymnasiallehrer; Historiker; Prior der Abtei Hohenfurt; Ehrenabt

* 26. Juli 1847 Strobnitz, Böhmen [Horní Stropnice]
† 22. Sep. 1926 Budweis [České Budějovice Tschechien]

Willibald Ladenbauer, Taufname Franz, wurde 1847 in Strobnitz in Südböhmen als des Emanuel Ladenbauer (1809–1887) und seiner Frau Anna Schwingshandel (1828–1909) geboren. Einer seiner sieben Geschwister war der spätere Landesschulinspektor in Böhmen, Norbert Ladenbauer.

Franz Ladenbauer absolvierte seine Gymnasialstudien 1857–1965 in Budweis und trat am 19. August 1865 in das Zisterzienserstift Hohenfurt ein. Nach dem Studium an der Universität Innsbruck wurde er am 24. Juli 1870 vom Budweiser Bischof Jan Valerian Jirsík zum Priester geweiht. 1872 wurde er Kaplan in Unterhaid, 1875 in Rosenthal, bis 1876. Nach dem Lehramtsstudium (1876–1880) und der Promotion (Dr. phil., 28. Juni 1880) an der deutschen Universität in Prag unterrichtete er vom 15. September 1880 bis 1902 Geschichte und Geographie auf dem k.k. deutschen Staatsgymnasium in Budweis und war seit 1884 zugleich Rector spiritualis Clericorum. Vom 8. Juni 1902, dem Benediktionstag seines zum Abt gewählten Vorgängers Bruno Pammer, bis zu seinem Tod 1926 war er Prior des Klosters Hohenfurt.

Willibald Ladenbauer schrieb mehrere historische Beiträge und Rezensionen für die Innsbrucker theologische Quartalsschrift, außerdem 1885 eine Programm-Abhandlung »Der historische Unterricht als Grundlage einer religiösen Weltanschauung« und im Auftrag der österreichischen Leo-Gesellschaft 1899 »Das sociale Wirken der katholischen Kirche in der Diöcese Budweis«.

Ladenbauer war Ritter des Franz-Joseph-Ordens seit 1902 und Ehrenkonsistorialrat der Diözese Budweis. Am 19. Februar 1926 ernannte ihn Papst Pius XI. zum Titularabt von Goldenkron cum Privilegio Pontificalium.

gge, Sep. 2009, rev. Feb. 2011


Daten:

Vest.: 19. Aug. 1865; Prof.: 20. Aug. 1866, 29. Aug. 1869; Sac.: 24. Juli 1870 (Bf. Jan Valerian Jirsík); Prim.: 7. Aug. 1870; Abbas tit.: 19. Feb. 1926.

Werke:

König Johann von England und Papst Innocenz III. In: Zeitschrift für kath. Theologie. Innsbruck 1882 · Der historische Unterricht als Grundlage einer religiösen Weltanschauung, Budweis 1885 · Das sociale Wirken der katholischen Kirche in der Diöcese Budweis (Königreich Böhmen), Wien 1899 · Diöcese Budweis (Königreich Böhmen) (1899).

Literatur:

Beiträge zur Geschichte der Cistercienserstifte. Wien 1891. S. 369, Nr. 39 · Die Wiener Familie Ladenbauer, in: Stekl, Norbert: Bürgerliche Familien: Lebenswege im 19. und 20. Jahrhundert. Wien: Böhlau, 2000, S. 77 · Kosel: Deutsch-österr. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Band 2. Wien 1902–1906.

Zitierempfehlung: Ladenbauer, Willibald, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.3.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Ladenbauer,_Willibald