Leser, Edmund

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Edmund Leser

Edmund Leser

44. Abt des Klosters Marienstatt 1770–1784

* 1729 Irresheim, Gem. Nörvenich, Kr. Düren
† 26. April 1786 Koblenz-Metternich

Der in Irresheim (Kreis Düren) geborene Edmund Leser legte 1751 in der Zisterzienserabtei Marienstatt die Profess ab und wurde 1754 zum Priester geweiht. Vom 2. September 1756 bis 1768 war er Hilfsseelsorger und von 1761 bis 1770 Cellerar. Am 14. Juli 1770 wurde er in Anwesenheit des Vaterabtes von Heisterbach zum Koadjutor des resignierten Abtes Bernhard Colonia gewählt, wogegen die saynische Regierung sofort protestierte.

Vier Tage nach dem Tod des Abtes Colonia am 20. August 1770 zum Abt gewählt, empfing er am 11. November 1770 in Köln durch Weihbischof Graf Königseck-Rotenfels die Benediktion. Assistenten waren die Äbte Andreas Kruchen von Heisterbach (gleichzeitig Generalvikar des Ordens) und Johannes Hoerdt von Altenberg.

Wichtigstes Ereignis seiner Amtszeit waren der Erwerb 1776 und die Inkorporation des Zisterzienserpriorats Bottenbroich bei Kerpen am Niederrhein in die Abtei Marienstatt, die 1777 mit Genehmigung des Ordensgenerals und des Kurfürsten durchgeführt wurde. Damit erhielt Marienstatt außer dem Patronat über die Pfarrkirche Kierdorf (Erftstadt) auch einen beträchtlichen Zuwachs an Wirtschaftshöfen. Die Aufgabe bestand in der wirtschaftlichen Sanierung des heruntergekommenen Priorats. Es wurde in eine Propstei umgewandelt und ein Konventuale, P. Ambrosius Hovius, dorthin geschickt. Die Klosteranlage (außer der Kirche) wurde 1783 abgebrochen.

1782 ernannte Kaiser Josef II. Edmund Leser, den Kurfürsten Max Friedrich von Köln und Abt Eugenius Reinartz von Kamp (Altenkamp) zu kaiserlichen Kommissären für die Reichsabtei Burtscheid, einem ehemals der Abtei Heisterbach unterstellten Frauenkonvent. Während der Kurfürst für die weltlichen Dinge zuständig war, kümmerten sich Abt Edmund und Abt Eugen um die geistlichen Belange. Die Visitation der drei Kommissare fand vom 17. Juli bis zum 5. August 1782 statt und empfahl die Einsetzung einer Koadjutorin, die ihr Amt aber erst nach der kaiserlichen Bestätigung am 2. Januar 1786 und damit nach Lesers Resignation antrat.

Im April 1783 unheilbar erkrankt, legte Edmund Leser am 6. September 1784 sein Amt nieder und zog sich auf den Klosterhof Rhein-Metterich (Metternich) zurück, wo er am 26. April 1786 im 57. Lebensjahr starb. Er wurde in der Kirche vor dem Agatha-Altar beigesetzt. Sein Grabstein befindet sich heute in der Wand des Seitenschiffs.

gge, Nov. 2017


Daten:

Prof.: 1751; Sac.: 21. Sep. 1754; Abbas: el. 24. Aug. 1770, ben. 11. Nov. 1770, res. 6. Sep. 1784.

Literatur:

Hillen, Christian: Das Erzbistum Köln 7: Die Zisterzienserabtei Marienstatt (Germania Sacra. Dritte Folge 14). Berlin/Boston: Walter de Gruyter, 2017, S. 405–407 · Wellstein, Gilbert: Die Resignation des Abtes Edmund Leser von Marienstatt im Jahre 1784, in: Cistercienser Chronik 24 (1912), S. 334–337 · Ders.: Die Cistercienserabtei Marienstatt im Westerwald. Limburg: Steffen, 1955, S. 320–321.

Normdaten:

GND: 73346006 · BEACON-Findbuch · GSN: 078-00449-001

Zitierempfehlung: Leser, Edmund, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.12.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Leser,_Edmund