Leski, Adalbert Stanislaus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Adalbert Stanislaus Leski

Adalbert Stanislaus Leski

Wojciech Stanisław Leski

Abt der Klöster Wąchock 1734–1726 und Pelplin 1736–1747; Bischof von Kulm 1747–1758

~ 08. Mai 1702 Klęczków
† 19. Sep. 1758 Thorn/Toruń

Adalbert Stanislaus de Leszcze[1] Leski oder Heselicht von Leski, vom Wappen Gończy, war ein Sohn des Landgerichtsassessors Jan Antoni Leski († 24. Dez. 1736) und seiner Frau Johanna geb. Trzciński († 1740) und wurde am 8. Mai 1702 in seiner Heimatstadt Kletschkau/Klęczków bei Kulm/Chełmno getauft.

1723 trat er in die Zisterzienserabtei Pelplin ein, legte nach dem Noviziatsjahr 1724 die Profess ab und widmete sich philosophischen und theologischen Studien. Am 27. März 1727 zum Priester geweiht, wurde er bald danach zum Prokurator des Klosters ernannt und hatte als solcher die Abtei in rechtlichen Angelegenheiten zu vertreten. Er war auch Sekretär des Abtes Tomasz Franciszek Czapski. Seit 1733 Prior in Pelplin, wurde er am 9. Februar 1734 Abt der Zisterzienserabtei Wąchock und am 9. November 1736, nach der Nominierung seines Vorgängers Valentin Alexander Czapski zum Bischof von Przemyśl, einstimmig (31 Stimmen) und im ersten Wahlgang zum Abt seines Heimatklosters Pelplin gewählt. Den Vorsitz bei dieser Wahl hatte der Ordenskommissar Franciszek Mikołaj Zaleski, Abt von Oliva, geführt. Apostolischer Notar war P. Hyacinth Rybinski aus dem Kloster Oliva. Am 2. Juni 1737 wurde der Gewählte feierlich benediziert und installiert.

1738 war er Delegierter der polnischen Zisterzienserprovinz beim Generalkapitel in Cîteaux, wo er als einer der Definitoren fungierte. 1739 hielt er sich in Rom auf, wo er Kirchenrecht studierte. 1741 wurde er Generalkommissar der polnischen und litauischen Zisterzienserprovinzen. Am 4. Mai 1744 berief er ein mehrtägiges Provinzkapitel der Zisterzienser nach Wągrowiec[2], wo er neue Statuten für die polnische Zisterzienserprovinz verabschiedete. Sie wurden am 24. Mai 1744 in Cîteaux von Generalabt Andoche Pernot approbiert (Leski war dorthin gereist) und 1745 in gedruckter Form herausgegeben.[3] Um die Abteikirche von Pelplin machte er sich vor allem mit der Errichtung des seinem Namenspatron St. Adalbert gewidmeten Altares verdient.

Seine Ernennung zum Bischof von Kulm verdankte Leski zweifellos der Empfehlung des auf den Krakauer Bischofsstuhl versetzten Vorgängers Andrzej Stanisław Załuski. Am 7. Oktober 1746 wurde er von König August III. nominiert und am 12. November 1747 vom Kulmer Domkapitel gewählt. Nachdem er am 10. April 1747 in Elbing/Elbląg die päpstliche Bestätigung erhalten hatte, verzichtete er am 25. Mai 1747 in Pogutken förmlich auf die Abtei Pelplin (Nachfolger: Ignatius Czapski) und verließ sie am St. Bernhardstag (20. August) 1747. Am 7. Oktober 1747 durch den ermländischen Fürstbischof Adam Stanisław Grabowski zum Bischof geweiht, zog er am 8. Juni 1748 feierlich in die Kulmer Kathedrale in Kulm ein.

Als Bischof von Kulm war Leski sehr aktiv. Er ordnete die bischöflichen Angelegenheiten, gab Hirtenbriefe an die Geistlichen und Gläubigen heraus, führte Visitationen durch und sandte einen Bericht über den Zustand der Diözese nach Rom. Er förderte auch verschiedene Frömmigkeitsformen: Am 4. Juni 1752 krönte er die Marienstatue in Łąki Bratiańskie/Lubenicz bei Nowe Miasto Lubawskie und am 2. Juli 1754 die Marienstatue in Kulm. Er versuchte auch, die Verehrung des sl. Jan Łobdowczyk (Johannes Lobedau) wiederzubeleben und stellte in der Diözese den Kult des hl. Josef von Copertino wieder her. Er trug zur Gründung von drei neuen Klöstern in der Diözese bei: dem Kapuzinerkloster in Rywałd und den Franziskanerklöstern in Graudenz/Grudziądz und Strasburg/Brodnica. Ab 1752 wandte er sich nachdrücklich gegen den Bau einer neuen evangelischen Kirche in Thorn/Toruń, was zu Auseinandersetzungen mit dieser Stadt führte. Im bischöflichen Althausen/Starogród ließ er 1754 die barocke die Kirche der Heiligen Barbara bauen und mehrere andere ländliche Kirchen im Diözesanbereich restaurieren.

Leski interessierte sich für das geistige Leben seiner Zeit. Er gehörte zur Gruppe der regelmäßigen Korrespondenten der Brüder Załuski (die Bischöfe Józef Andrzej und Andrzej Stanisław Załuski) und der von ihnen 1747 in Warschau geschaffenen Bibliothek (Bibliotheca Zalusciana).

Als Senator der Republik Polen nahm Leski sehr aktiv an der zeitgenössischen Politik teil und setzte sich für den Hof und die Familia (Partei) der Czartoryski ein. Er war an der Vorbereitung der preußischen Versammlungen vor dem Sejm von 1748 beteiligt, in denen er für die Erhöhung der Zahl der Truppen, Währungsreformen und die Verbesserung der Justiz sprach. Während des Sejm von 1752 in Grodno zeigte sich Leski als Befürworter der Reform des Staatswesens. Er schlug vor, Änderungen in der Arbeitsweise des Sejms einzuführen; riet zur Eröffnung von Münzstätten, sprach sich erneut für die Zahlung von Gehältern an die Richter aus, empfahl dem König und dem Sejm, sich um die Städte zu kümmern, und wies auf die Notwendigkeit einer größeren Sorge für das königliche Preußen hin. Für die Amtszeit 1753/1754 war er auch Präsident des Steuertribunals in Radom.

König August III. würdigte auf Fürsprsache der Minister Heinrich von Brühl und Jerzy August Mniszech die Verdienste Leskis und seine politische Haltung, indem er ihm am 3. August 1758 den Orden vom Weißen Adler verlieh.

Er starb am 19. September 1758 in Thorn im 56. Lebensjahr, wurde aber in der Kathedrale in Culmsee/Chełmża bestattet. Sein Herz ruht(e?) seinem Wunsch gemäß in der von ihm errichteten Pfarrkirche in Althausen.

gge, Okt. 2019

  1. nach dem Ort Leszcz, deutsch Heselicht, bei Thorn/Toruń
  2. Bemerkenswert ist, dass ihm von den Kapitelvätern drei, nämlich Hieronymus Turno, Abt von Priement, Ignatius Czapski, Abt von Wistitz, und Isidor Tokarzewski, Prior von Mogila, später in der Pelpliner Abtwürde folgten.
  3. Statuta Ordinis Cisterciensis, tam antiqua quam novissima per Capitula Generalia, ac etiam & Provincialia, pro Polona Congregatione Cisterciensium, sancita & definita, Ad preces Capituli Provincialis Anno 1744. 4ta Maji & seqq. ad Monasterium Vągrovecense Sub Præsidio [...] Adalberti Stanislai Leski, Abbatis Pelplinensis [...], Collecta, Authoritate, Tum Et Permissu [...] Andochi Pernot, Abbatis Cistercii & universi Ordinis Superioris Generalis. Anno 1745. Typis mandata. [S.l. : s.n., post 24 V] 1745.

Daten:

Prof.: 1724; Sac.: 27. März 1727; Abbas: el. 9. Feb. 1734 (Wonchok), el. 9. Nov. 1736 (Pelplin), ben. 2. Juni 1737, res. 25. Mai 1747; Ep.: nom. 7. Okt. 1746, el. 12. Nov. 1747, praec.: 10. April 1747, cons. 7. Okt. 1747.

Literatur:

Müller, Wiesław: Leski, Wojciech Stanisław, Polski słownik biograficzny, Bd. 17, Wrocław–Warszawa–Kraków 1991–1992, S. 92–93 · Dygdała, Jerzy: Leski Wojciech Stanisław h. Gończy (1702–1758), opat pelp., bp chełm., in: Słownik biograficzny Pomorza Nadwiślańskiego. Bd. 3 L–P. Gdańsk, S. 49–50 · Ders.: Z działalności kościelnej i politycznej biskupa chełmińskiego Wo jciecha Stanisława Leskiego (1702–1758), in: Ad fontes. Studia o& arowane Księdzu Prof. Alojzemu Szorcowi w siedemdziesięciolecie urodzin / red. Zoja Jaroszewicz-Pieresławcew, Irena Makarczyk. Olsztyn: Pracownia Wyd. ElSet. S. 82–99 · Karp H. J.: Leski, Wojciech Stanisław OCist (1702–1758), Bischof von Kulm, in: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1648 bis 1803. Ein biographisches Lexikon, hrsg. von Erwin Gatz, Berlin 1990 · Frydrychowicz, Romuald: Geschichte der Cistercienserabtei Pelplin und ihre Bau- und Kunstdenkmäler, Düsseldorf 1905, S. 114–115 · Willi, Dominikus: Päpste, Kardinäle und Bischöfe aus dem Cistercienser-Orden. Bregenz: Teutsch, 1912, S. 25.

Zitierempfehlung: Leski, Adalbert Stanislaus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 22.10.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Leski,_Adalbert_Stanislaus