Libaber, Antonius

Antonius Libaber

Antonius Libaber

Zisterzienser der Abtei Ląd; Vikar 1738–1740 bzw. Pfarrer in Gardschau 1743–1754 und 1763–1772; Chronist

* 1709
† 22. Juli (?) 1772

Antonius Martin Libaber stammte aus Großpolen, wahrscheinlich aus der Familie des Bierbrauers Wojciech Libaber in Posen (Poznań). In die Zisterzienserabtei Ląd (Landen, Landa, Lond) eingetreten und zum Priester geweiht, wurde er am 23. März 1738 dem damaligen Pfarrer Wierzbinski in Gardschau/Godziszewo in Pommern als Vikar an die Seite gestellt, jedoch schon am 21. September 1740 von dem gerade damals vom Provinzialkapitel des Zisterzienserordens zum Kommissar ernannten Abt von Ląd, Nikolaus Łukomski, als Prediger im Nonnenkloster Ołobok und Pfarrer von St. Johann nach Ołobok geschickt.

Am 27. Januar 1743 wurde er zum Pfarrer in Gardschau bestellt. Als solcher ließ er die baufällige und in der Sturmnacht vom 12. auf den 13. Oktober 1747 schwer beschädigte Pfarrkirche – teils aus eigenen Mitteln, teils aus Beiträgen von Ląd und den benachbarten Gutsbesitzern – neu erbauen. Am 16. Mai 1748, dem Festtag des hl. Johannes von Nepomuk, legte der Pelpliner Abt Ignatius Czapski in Gegenwart vieler hochrangiger Gäste feierlich den Grundstein.

Libaber wurde am 10. März 1754 von Abt Konstanty Iłowiecki, Generalkommissar und Visitator des Zisterzienserordens in Polen, als Subprior, ordentlicher Prediger und Pfarrer zu St. Bartholomãi an das Kollegium in Mogila bei Krakau geschickt.

1763 kehrte er als Pfarrer nach Gardschau zurück, wo er bis Mai 1772 tätig war. Seine letzte eigenhändige Eintragung im Taufregister stammt vom 23. Mai 1772. Am 28. Mai schon folgte ihm sein Mitbruder Edmund Paszyński, während dessen Amtszeit als Pfarrer der Kirchturm in der Nacht vom 3. zum 4. Mai 1773 abbrannte.

Libaber verfasste eine ausführliche Chronik des Kirchdorfes Gardschau (1770/71). Der Bibliothek des Klosters Ląd hinterließ er mehrere Bücher mit handschriftlichen Vermerken.

gge, März 2022


Literatur:

Strehlke, Ernst: Die Gardschauer Chronik, in: Neue Preußische Provinzial-Blätter. Band V, Königsberg 1854, S. 179–192, bes. S. 190–192 · Nowicki, Tomasz: Słownik biograficzny rządców parafii archidiakonatu pomorskiego w XVIII wieku, 2003, S. 126–127.

Zitierempfehlung: Libaber, Antonius, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.03.2022, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Libaber,_Antonius

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