Littwerig, Benedikt

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Benedikt Littwerig

Benedikt Littwerig

andere Schreibweise: Littwerich

Abt des Zisterzienserstiftes Ossegg 1691–1726; Generalvikar für Böhmen 1699–1725

* 1655 Eger
† 25. April 1726 Ossegg

Benedikt Simon Littwerig hatte am St. Bernhardskolleg in Prag studiert. Nach seiner Priesterweihe war er Propst des Frauenklosters Mariensaal in Altbrünn, dann Professor der Philosophie in Prag, wo er zugleich Vorsteher (Superior) des Bernardskollegiums war 1685–1690. Am 9. September 1691 wurde er unter dem Vorsitz des Visitators Andreas Trojer von Plass zum Abt gewählt.

Als Abt war er 1699 Deputierter der böhmischen Ordensprovinz beim Generalkapitel in Cîteaux und 1700 einer der Kommissäre, die im Kloster Przemęt in Polen Misshelligkeiten auszugleichen hatten; 1699 wurde er zum Ordensvisitator und Generalvikar gewählt, nachdem er bereits 1694 für das Kloster der Magdalenerinnen in Brüx [Most] als Visitator bestellt war.

Obwohl als Visitator vielfach in Anspruch genommen, widmete sich Abt Benedikt Littwerig sehr dem von seinem Vorgänger Laurentius Scipio begonnenen Wiederaufbau und Ausbau des Klosters Ossegg, das unter seiner Regierung eine neue Blütezeit erlebte. 1697 gründete er eine Wollstrumpf- und drei Jahre später eine Feintuchmanufaktur, die den Bewohnern der umliegenden Dörfer Arbeit gaben und die wirtschaftliche Grundlage des Klosters wesentlich verbesserten.

Mit großem Aufwand veranlasste der kunstliebende Abt Um- und Erweiterungsbauten der Klosteranlage im Barockstil, die das Bild der Abtei bis heute prägen (Abtei, Konvent, Krankenhaus, Schüttboden (1693), Bräuhaus und Amtshaus, sowie die Kirche). 1725 folgte der barocke Bibliothekssaal, den er er mit vielen wissenschaftlichen Werken, v.a. theologischen und geschichtlichen Inhaltes, ausstattete. Die bis 1775 im Kloster Ossegg bestehende Apotheke geht ebenfalls auf Abt Benedikt Littwerig zurück.

Auch die zum Kloster gehörigen Pfarrkirchen und Höfe wurden nicht vernachlässigt; in Maria-Ratschitz ließ er die barocke Wallfahrtskirche, den Kreuzgang und das Pfarrhaus erbauen, die erst unter seinem Nachfolger Hieronymus Besnecker beendet wurde. Das Pfarrgebäude war von Abt Littwerig als Propstei geplant und wurde deshalb wie ein Kloster angelegt und gestaltet[1].

Nach einer 35jährigen Regierung starb Abt Benedikt am 25. April 1726.

gge

  1. Zur Erhebung zu einer Propstei kam es dann trotzdem nicht.

Daten:

Abbas: el. 9. Sep. 1691.

Literatur:

Siegl, Meinrad: Die Abtei Ossegg in Böhmen, in: Brunner, Sebastian: Ein Cisterzienserbuch. Würzburg 1881, S. 280ff., bes. S. 319–323. · Bredl, Sigismund: Die Superioren und Rectoren des St. Bernards-Colleg's vom Jahre 1662 bis 1785, in: StMBO 15 (1894), S. 90—94.

Zitierempfehlung: Littwerig, Benedikt, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 21.12.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Littwerig,_Benedikt