Lorenz, Euphrosina

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Euphrosina Lorenz

Euphrosina Lorenz

Äbtissin des Klosters Lichtenthal 1687–1720

* 1636/37 (errechnet) Baden
02. März 1720

Euphrosina Lorenz aus Baden war eine Tochter des Baden-Badener Schmiedemeisters Adam Lorenz. Sie wurde am 18. Dezember 1687 zur Äbtissin des Klosters Lichtenthal gewählt.

Ihre Amtszeit war vor allem geprägt durch die Auswirkungen des pfälzischen Erbfolgekrieges (1688–1697). Schon bald nach ihrem Amtsantritt mussten die Schwestern vor den französischen Truppen fliehen und fanden Zuflucht zunächst in der Abtei Lützel, dann ab September 1690 auf Vermittlung des Abtes von Wettingen (Ulrich Meyer) in den Schweizer Klöstern Magdenau, Tänikon, Feldbach, Gnadenthal, Wurmsbach und Rothmünster. Im Juli 1693[1] berief die Äbtissin ihre Klosterfrauen zurück, die von den Vorsteherinnen der verschiedenen Abteien gute Führungszeugnisse erhielten und das Anerbieten, sie bei neuer Kriegsnot wieder aufzunehmen. Als am 24. August 1689 die Stadt Baden von den Franzosen niedergebrannt wurde, rettete eine Laienschwester das Kloster vor dem gleichen Schicksal, indem sie den Gouverneur von Hagenau, bei dem sie früher in Dienst gestanden hatte, um Fürsprache anflehte.

Auch im spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) blieb das Kloster verschont, wenn auch die Schwestern und die Klosteruntertanen viel zu leiden hatten. Ihre besondere Sorgfalt widmete Äbtissin Euphrosina der Instandsetzung der Wirtschaftgebäude und der landwirtschaftlichen Flächen, die während der Kriege verwüstet worden waren. Den langsamen Wiederaufbau spiegelt auch das stetige Anwachsen der Klostergemeinschaft wider. Am 25. September 1714 legten vier Novizinnen ihre Gelübde ab, zwei weitere folgten am 27. Juni 1717. 1719 trat auch ein Kammerfräulein, Susanna Lihlin, der Markgräfin Sibylla Augusta ein.

Äbtissin Euphrosina starb am 2. März 1720 im 83. Lebens- und 58. Professjahr. Ihr folgte Agnes Polentari im Amt.

gge, Juli 2017

  1. Äbtissin Euphrosina, die bereits geplant hatte, ihren Konvent bis zum Herbst 1692 wieder in Lichtenthal zusammenzubringen, verschob die Rückberufung aus den verschiedenen Klöstern auf dringendes Anraten des Abtes Petrus Tanner von Lützel wegen der Kriegsoperationen am Rhein bis Ostern 1693 (Schindele).

Daten:

Abbatissa: el. 18. Dez. 1687.

Literatur:

Schindele, Pia: Die Abtei Lichtenthal. Ihr Verhältnis zum Cistercienserorden, zu Päpsten und Bischöfen und zum badischen Landesherrn im Laufe der Jahrhunderte, in: Freiburger Diözesan-Archiv 105, Freiburg: Herder 1985, S. 67–248, hier: 148–154 · Willi, Dominikus: Lichtenthal, in: Sebastian Brunner (Hg.): Ein Cisterzienserbuch. Würzburg 1881, Seite 653–663 · Bauer, Benedikt: Das Frauenkloster Lichtenthal. Geschichte, Kirchen und Altertümer. Baden-Baden : Weber, 1896, S. 230–231.

Zitierempfehlung: Lorenz, Euphrosina, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Lorenz,_Euphrosina