Lucas, Bartholomäus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bartholomäus Lucas

Bartholomäus Lucas

Abt der Zisterzienserabtei Orval 1788–1792

* 03. März 1733 Trier
07. Jan. 1792 Orval

Bartholomäus Lucas (Barthélémy Lucas) wurde am 3. März 1733 in der Trierer Pfarrei St. Antonius geboren und am 23. d. M. auf die Namen Alfons Dominikus Adam getauft. Sein aus Diedenhofen/Thiaumont stammender Vater Johann Lucas war Kutscher im Dienst des Grafen von Brias auf Burg Hollenfels gewesen, seine Mutter Marie Antoinette eine Tochter des Grafen. Ein Bruder wurde Offizier im Regiment Colloredo und fiel im Siebenjährigen Krieg, ein anderer Bruder wurde Geistlicher am Hof des Kurfürsten von Bayern.[1]

Lucas trat in das Zisterzienserkloster Orval ein, legte am 20. August 1752 als fr. Bartholomäus die Profess ab und wurde an der Universität Löwen zum Bakkalaureus der Theologie promoviert. In Orval lehrte er Bibelkunde, war Novizenmeister und später Prior. Schon 1764 zum Abt gewählt, wurde er wegen seines jungen Alters (31) nicht bestätigt. Von 1779 bis 1784 war er Pfarrer von Sainte-Marguerite in Orval und Beichtvater in Clairefontaine. Am 28. Oktober 1788 wurde er nach fast einjähriger Vakanz von Kaiser Josef II. zum Abt ernannt und am 12. Mai 1789 von dem greisen Weihbischof Nikolaus von Hontheim benediziert. Mitte Juni reiste er mit P. Gabriel Siegnitz nach Metz, um König Ludwig XVI. das Hommagium zu leisten (Teile des Abteibesitzes lagen auf französischem Territorium).

Dom Barthélémi stand der Abtei nur etwas mehr als drei Jahre vor, von den politischen Umwälzungen dieser Zeit weitgehend unbehelligt. Weitere Arbeiten am Klosterneubau waren wegen fehlender Einkünfte nicht mehr möglich. Sein letzter öffentlicher Auftritt war die feierliche Inauguration Kaiser Leopolds II. am 21. August 1791. Er starb am 7. Januar 1792, 59 Jahre alt. Im Juni desselben Jahres wurde die Abtei Orval von französischen Revolutionstruppen und einem marodierenden Mob gebrandschatzt und zerstört. Die Mönche zogen sich in ihr Refugium in Luxemburg zurück, wo Ende 1793 mit Gabriel Siegnitz noch einmal ein Abt gewählt wurde, der aber nicht lange regierte.

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  1. Ein Sohn wurde am 29. Mai 1724 in Diedenhofen auf den Namen Lambertus Josephus getauft. Vgl. Annales de l'Institut archéologique du Luxembourg, Band 22, Arlon, 1889, S. 295.

Daten:

Prof.: 20. Aug. 1752; Abbas: nom. 28. Okt. 1788, ben. 12. Mai 1789

Literatur:

Goffinet, Hippolyte: Cartulaire, depuis l'origine de ce monastère, jusqu’à l’année 1365 inclusivement, époque de la réunion du comté de Chiny au duché de Luxembourg. Bruxelles: F. Hayez, 1879, S. XXII · Grégoire, Paul-Christian: L’abbaye d’Orval au fil des siècles, Metz: Éditions Serpenoise, 2002.

Zitierempfehlung: Lucas, Bartholomäus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.11.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Lucas,_Bartholom%C3%A4us