Müller, Eugen

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Eugen Müller

Eugen Müller

Prior, Bibliothekar und Archivar des Stiftes Lilienfeld

* 01. Dez. 1934 Pethau, Sachsen
† 30. Mai 2013 Lilienfeld

Eugen Müller, Taufname Hermann, wurde am 1. Dezember 1934 als zweitältestes der fünf Kinder des Marienthaler Klostertischlers Hermann Müller und der Charlotte, geb. Pietzsch, in Pethau bei Zittau (Sachsen) geboren. Nach dem Schulabschluss arbeitete er als Hausangestellter in der Zisterzienserinnenabtei Marienthal und kam durch seine Bekanntschaft mit dem Lilienfelder Prior Bruno Heinrich, einem ehemaligen Lehrling seines Vaters, 1954 selbst nach Lilienfeld. Er besuchte die Aufbaumittelschule in Horn und trat am 19. August 1960 in das Stift Lilienfeld ein.

Am 20. August 1961 legte er die zeitliche und am 20. August 1965 die feierliche Profess ab. Nach seinem Philosophie- und Theologiestudium in Salzburg wurde er am 10. Juli 1966 in der Stiftskirche Melk durch Nuntius Opilio Rossi zum Priester geweiht. Von 1967 bis 1976 war Novizen- und Klerikermagister im Stift Lilienfeld, von 1967 an Sekretär und von 1970 bis 1997 Direktor der Zentralkanzlei. Außerdem betätigte er sich von 1968 bis 1976 und von 1995 bis zu seinem Tod als Bibliothekar und Archivar des Stiftes. 1975 zum Subprior ernannt, hatte er von 1986 bis 2005 das Amt des Priors im Stift Lilienfeld inne. Außerdem leistete er über viele Jahre Seelsorgedienste im Krankenhaus Lilienfeld.

Mit großer Leidenschaft widmete sich Eugen Müller der Geschichtsforschung zum Stift Lilienfeld und veröffentlichte mehrere Bücher und Artikel auf der Grundlage sorgfältiger Quellenrecherchen, u.a. das Professbuch des Zisterzienserstifts Lilienfeld und eine Arbeit über die Wappen der Zisterzienseräbte von Lilienfeld seit 1587.

1996 zeigten sich die ersten Anzeichen seiner Parkinson-Krankheit, die im Laufe der Jahre immer stärker zum Ausbruch kam. Dennoch erfüllte Müller weiterhin viele Aufgaben mit erstaunlicher Zähigkeit. Er starb am Fronleichnamstag 2013 im Krankenhaus Lilienfeld.

gge


Daten:

Vest.: 19. Aug. 1960; Prof.: 20. Aug. 1961, 20. Aug. 1965; Sac.: 10. Juli 1966.

Werke:

Die Aufhebung und Wiedererrichtung des Stiftes Lilienfeld 1789–1790, in: Analecta Cisterciensia 29 (1973) S. 96–151 (Diplomarbeit) · Biographische Darstellung der Zisterzienser des Stiftes Lilienfeld 1891–1977. Lilienfeld 1977 · Geschichtlicher Abriss des Stiftes Lilienfeld seit 1700. Lilienfeld 1979 · Die Folgen der Reformation in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert im Stift Lilienfeld, in: Cistercienser Chronik 89 (1982), S. 1–44. · Die bei der Aufhebung des Stiftes Lilienfeld im Jahre 1789 eingezogenen liturgischen Geräte und Kunstgegenstände, in: Analecta Cisterciensia 45 (1989), S. 101–120 · Profeßbuch des Zisterzienserstiftes Lilienfeld (= StMBO Ergänzungsband 38). St. Ottilien 1996 · Die Wappen der Zisterzienseräbte von Lilienfeld seit 1587, in: Adler, Zeitschrift für Genealogie und Heraldik 26 (2011), S. 61–78 (mit Irene Rabl).

Literatur:

P. Eugen Müller in Zisterzienserstift Lilienfeld, in: Ora et Labora, Informationsblatt der Freunde der Abtei St. Marienthal, 44, Weihnachten 2011, S. 22 · Müller/Bertsch: Biographische Darstellung der Zisterzienser des Stiftes Lilienfeld 1891–1977. Lilienfeld 1977, S. 193 · Müller, Eugen: Profeßbuch des Zisterzienserstiftes Lilienfeld, St. Ottilien 1996, S. 429–430 · Parte.

Normdaten:

GND: 1017150230 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Müller, Eugen, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.7.2013, URL: http://www.biocist.org/wiki/M%C3%BCller,_Eugen