Müller, Peter (Wettingen)

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Peter Müller

Peter Müller

39. Abt des Zisterzienserklosters Wettingen 1762–1765

* 17. Aug. 1731 Zug
08. Feb. 1765 Wettingen

Peter IV. Müller, Taufname Oswald, geboren 1731 in Zug als Sohn des Zuger Magistraten Franz Paul Müller und der Brigitta von Brandenberg, war ein Bruder der Äbtissin Verena Müller (reg. 1777–1808) von Magdenau. Sein Bruder Franz Leonz war Chorherr im Stift Bischofszell, ein anderer Bruder Franz Michael Kastvogt des Franziskanerinnenklosters Mariä Opferung in Zug.

Er legte am 24. März 1748 unter Abt Peter Kälin in der Abtei Wettingen die Gelübde ab und wurde am 22. September 1753 zum Diakon und am 21. September 1754 zum Priester geweiht. Vvom 9. Januar 1756 bis 1759 war er Succentor (Gehilfe des Novizenmeisters) und von 1759 an Pfisterherr. Am 8. Juni 1762 wurde er, erst 30 Jahre alt, unter dem Vorsitz des Vaterabtes Anselm Schwab von Salem im Sommerrefektorium, das nun zum letztenmal als Wahllokal diente, mit 26 von 31 Stimmen zum Abt gewählt. Die päpstliche Bestätigung traf am St. Agathatag 1763 ein und er wurde am 24. April 1763 durch den päpstlichen Nuntius Nikolaus Oddi, Titularerzbischof von Trajanopolis, unter Assistenz der Äbte Januarius Dangel von Rheinau und Augustin Müller von St. Urban in der Klosterkirche Wettingen benediziert. Die freiwillige Berufung des Nuntius zur Vornahme der Benediktion war das äußere Zeichen, dass der langwierige und unerquickliche Kompetenzstreit zwischen Nuntiatur und Kloster wegen des Vorsitzes bei den Abtwahlen nun endgültig beigelegt war.

Abt Peter war keine lange Regierungszeit beschieden. Zweimal, am 6. November 1763 und am 21. Oktober 1764, konnte er Professen abnehmen und Mitte Mai 1763 einen Altar weihen. Eine Krankheit (er litt an einem krebsartigen Geschwür an der linken Wange) machte seinem Leben am 8. Februar 1765 im Alter von 33 Jahren ein Ende.[1] Sein Leichnam wurde am 11. Februar 1765 vom Prior P. Wilhelm Schindler im Mittelschiff der Klosterkirche zur Linken des Abtes Alberich Beusch bestattet. Seinem Wunsch gemäß verzichtete man auf die Leichenrede, hielt aber mit den Dorfbewohnern von Wettingen Gebetsstunden. Abt Sebastan Steinegger bezeichnet ihn als incomparabilis Abbas. Er hinterließ ein Diarium vom Juni 1762 bis 1765. Auch besitzt das Archiv in Mehrerau die Konzepte seiner nach der Wahl geschriebenen Briefe. Zu seinem Nachfolger wurde nach zehntägigem Interregnum Kaspar Bürgisser gewählt.

gge, Dez. 2018

  1. Seine Mutter war drei Tage vor ihm gestorben, aber man hatte nicht gewagt, ihm die Nachricht ans Sterbebett zu überbringen, auch die Exequien in aller Stille abgehalten.

Daten:

Prof.: 24. März 1748 ; Diac.: 22. Sep. 1753; Sac.: 21. Sept. 1754; Abbas: el. 8. Juni 1762, ben. 24. April 1763.

Literatur:

Willi, Dominikus: Album Wettingense: Verzeichnis Der Mitglieder Des Exemten Und Konsistorialen Cistercienser-Stiftes B. V. M. de Marisstella Zu Wettingen-Mehrerau 1227–1904. Limburg a. d. Lahn, Limburger Vereinsdruckerei, 1904, Nr. 756 · Ders.: Zur Geschichte des Klosters Wettingen-Mehrerau, in: Cistercienser Chronik 14 (1902), S. 182–183 · Helvetia Sacra III/3, S. 484.

Zitierempfehlung: Müller, Peter (Wettingen), in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 19.12.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/M%C3%BCller,_Peter_(Wettingen)