Mallagaray, Esperanza

Esperanza Mallagaray

Esperanza Mallagaray Astiazarán

Äbtissin und Reformerin des Klosters Las Huelgas 1929–1932, 1935–1938, 1941–1944 und 1944–1947

* 02. Feb. 1872 Durango (Vizcaya)
† 28. April 1957 Las Huelgas (Burgos)

María de la Esperanza Mallagaray Astiazarán, geboren 1872 in Durango in der nordspanischen Provinz Bizkaia als Tochter des Notars José María Mallagaray und dessen Ehefrau Telesfora Astiazarán, war die Älteste von zahlreichen Geschwistern, und ihre Mutter war schon sehr früh Witwe geworden. Diese Situation erschwerte den Eintritt in das Kloster, weshalb sie bis zu ihrem dreiundzwanzigsten Lebensjahr damit wartete.

Am 18. April 1895 trat sie in die königliche Zisterzienserinnenabtei Las Huelgas in Burgos ein, legte im folgenden Jahr ihre einfache und drei Jahre danach die feierliche Profess ab. Schon bald wurde ihr die Leitung der Buchhaltung und die Verwaltung des Klostervermögens übertragen. Nach dem Tod der Äbtissin Filomena Dorronsoro 1928 ernannte man sie zunächst zur Vorsteherin, doch schon 1929 wurde sie (wie üblich für drei Jahre) zur Äbtissin gewählt, ein Amt, das sie (mehrfach wiedergewählt) mit Unterbrechungen bis 1947 innehatte.

Äbtissin Esperanza sah sich mit einer Reihe von Problemen innerhalb der Gemeinschaft konfrontiert, deren Beseitigung äußerste Klugheit und Mut verlangte. So wurde dem Stundengebet nicht die gebührende Bedeutung geschenkt; man erhob sich nicht mitten in der Nacht bzw. frühmorgendlich zum Gebet, wie es die Benediktsregel vorsieht, das Abstinenzgebot war so gut wie unbekannt, und die Ordensgewänder waren überaus auffällig gestaltet, wobei die Schleppen der Kukullen mehrere Meter hinterhergezogen wurden. Darüber hinaus verfügte jede Ordensfrau über eigenes Geld, um sich ihre Wünsche zu erfüllen, manche hielten sich sogar eine persönliche Dienerin. All dies widersprach dem zisterziensischen Ideal der Demut und Einfachheit.

Um dem abzuhelfen, setzte die neue Äbtissin tiefgreifende Reformen durch. Um das Vorhaben zu konkretisieren, lud sie 1929 Pío Heredia, Prior der Abtei Viaceli (Kantabrien), ein, um geistliche Exerzitien zu halten und über das zisterziensische Leben im Geiste der ersten Väter von Cîteaux zu sprechen, wie es in den übrigen Klöstern des Ordens gepflegt wurde. Am 13. Januar 1930 vollzog man in Las Huelgas den entscheidenden Schritt hin zu einer umfassenden Einhaltung der traditionellen Spiritualität, wie sie in den dafür ausgearbeiteten neuen Konstitutionen zur Regelung des Klosterlebens festgelegt worden war. Um diesem Ereignis einen feierlichen Rahmen zu verleihen, zelebrierte der Abt von San Isidro de Dueñas, Félix Alonso García, in Begleitung einiger Mönche ein feierliches Pontifikalamt im Kloster.

Trotz aller zuvor im Haus eingeführten Lockerungen der Ordensdisziplin war der religiöse Geist in Las Huelgas lebendig geblieben. Dies zeigt sich daran, dass den Dienstmädchen im Zuge der Umstellung – bei der die individuellen Dienstbotenstellen abgeschafft wurden – die Wahl gelassen wurde, in die Welt zurückzukehren oder Laienschwester zu werden; die Mehrheit von ihnen entschied sich für letzteres. Der Äbtissin Mallegaray ist zudem die Öffnung des bis dahin der Öffentlichkeit unzugänglichen Monumentalbereichs für den Tourismus zu verdanken; dort befindet sich eine Sammlung von Grabmälern bedeutender Könige und Persönlichkeiten des mittelalterlichen Kastiliens.

Nach Ablauf ihrer letzten Amtszeit 1947 wurde Esperanza Mallegaray von Rosario Díaz de la Guerra als Äbtissin abgelöst. Sie starb am 28. April 1957 im Alter von 85 Jahren.

gge, Sep. 2026


Daten:

Prof.: 1896, 1899; Abbatissa: el. 1929.

Literatur:

Escrivá de Balaguer, Josemaría: La Abadesa de las Huelgas, Madrid, Editorial Luz, 1944, passim · La Rvda. Madre Esperanza de Mallegaray, abadesa de Las Huelgas de Burgos, in: Cistercium 55 (1958), S. 20–22 · Yáñez Neira, Damián: Doña Esperanza Mallegaray, in: Cistercium 173 (1987), S. 413–415 · Nobleza y virtud en Santa María la Real de Las Huelgas, Doña Esperanza Mallagaray, in: Hidalguía, 38 (1989), S. 289–281 · Yáñez Neira, Damián: Esperanza Mallegaray Astiazarán, in: Diccionario Biográfico electrónico (DB~e) de la Real Academia de la Historia, o.D. [1].

Zitierempfehlung: Mallagaray, Esperanza, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 1.10.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Mallagaray,_Esperanza

Vorlage:Page.name: MALLAGARAY, Esperanza OCist (1872–1957) – Biographia Cisterciensis