Mariënkroon

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Mariënkroon

Abbatia Coronae B.M.V.
Ort: Nieuwkuijk-Heusden, Niederlande
Observanz: OCist
gegründet: 1904
aufgehoben: 2014(?)
Mutterabtei: Pont Colbert (bis 1936), dann Bornem

Mariënkroon, bis 1936 Onze Lieve Vrouw van Onsenoort, ehemalige Zisterzienserabtei der gewöhnlichen Observanz in Nieuwkuijk, Gemeinde Heusden, Provinz Nordbrabant, Niederlande; gegründet 1903 als Exil für die Mönche der französischen Abtei Pont Colbert; Abtei 1957.

Geschichte

Die von der klösterfeindlichen Dritten Republik aus Frankreich vertriebenen Mönche der Abtei Pont-Colbert gingen 1903 in das von Abt Bernard Maréchal gekaufte Kastell Onsenoort westlich ’s-Hertogenbosch und gründeten dort 1904 die Zuflucht Pont-Colbert, auch bekannt als Kloster Sainte-Marie d‘Onzenoort. 1921 kehrte Maréchal, dem ein Gericht 1905 seine Besitzrechte auf die Versailler Abtei Pont-Colbert bestätigt hatte, mit fünf französischen und acht niederländischen Mönchen nach Versailles zurück, wohingegen drei Mönche in Onsenoort blieben. Unter Maréchals Nachfolger Franciscus Janssens wurde Onsenoort 1929 als selbständiges Priorat kanonisch errichtet und trug zur Besiedelung der Klöster Val d’Espoir (Kanada) und Spring Bank (USA) bei. 1937 schloss es sich der belgisch-niederländischen Kongregation an und legte sich, im Rückgriff auf das frühere Kloster Mariënkroon, den Namen Mariënkroon zu. Von 1939 bis 1951 war das Kloster Ziel und Betreuer einer jährlichen Wallfahrt. 1957 wurde es zur Abtei erhoben.

Während es unter dem ersten Abt Joannes van Engelen (1897–1976) im Jahre 1960 noch 82 Mönche gegeben hatte, schrumpfte der Konvent nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf 28 Mönche (1991) und blieb ohne Neuzugänge. Engelens Nachfolger Abt Gerardus Hopstaken (1930–2016) verfolgte deshalb eine Politik der schrittweisen Übergabe des Klosters in andere Hände, ab 1994 mittels der Stichting Honsoirde und ab 2002 durch die Stichting Mariapoli Mariënkroon der von Chiara Lubich (1920–2008) gegründeten Fokolarbewegung. 2014 war die Übergabe abgeschlossen, doch lebte das Kloster in dem am Ort wohnenden Abt und seinem gleichaltrigen Mitbruder Kees Schuurmans weiter. Mit dem Tod Hopstakens 2016 und Schuurmans 2017 darf das Kloster als aufgelöst gelten.

Vorsteher

Joannes van Engelen 1929–1935 Prior
Servatius van Vugt 1935–? Prior
Alphonsus Lieven  ?–1957 Prior
Joannes van Engelen 1957–1976 Abt
Pascalis Vermeer 1977–1991 Prior-Administrator
Gerardus Hopstaken 1991–2016 Abt

Franz Josef Hausmann


Literatur:

Vermeer, Pascalis und Gerardus Hopstaken: Abdij Mariënkroon van 1904 tot 1979. Eigenverlag, Nieuwkuijk 1979 · Adang, Ton: Mens en Monnik. Onsenoort/Mariënkroon 1904–2004, Drunen 2004 · Peugniez, Bernard: Le Guide Routier de l'Europe Cistercienne. Editions du Signe, Straßburg 2012, S. 415.

Zitierempfehlung: Mariënkroon, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 17.11.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Mari%C3%ABnkroon