Markl, Josef

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Josef Markl

Josef Markl

Abt des Zisterzienserstiftes Lilienfeld 1804–1811

* 8. Jan. 1752 Wien
† 5. Dez. 1811 Graz

Josef Johann Markl (oder Märkl) war ein Sohn des Jakob Märkl, Bedienter im Heissensteinschen Haus in Wien. Er besuchte das Gymnasium in Melk und wurde 1769 im Zisterzienserstift Lilienfeld eingekleidet. Nach dem Theologiestudium an der Hauslehranstalt wurde er 1775 zum Priester geweiht und war dann als Pfarrvikar auf verschiedenen Seelsorgestellen tätig. Seit 1786 Prior und Spiritualadministrator des Stiftes (bis 1789) und zugleich Pfarrvikar von Lilienfeld (bis 1790), bemühte er sich mit anderen erfolgreich um die Wiedererrichtung des 1789 von Kaiser Josef II. aufgehobenen Stiftes, die mit Datum 19. April 1790 erfolgte.

Von 1790 bis 1799 war Markl Dechant in Wilhelmsburg. Wegen Unregelmäßigkeiten in der Wirtschaftsführung des Stiftes drängte er Abt Ignaz Schwingenschlögl zur Wahl eines Amtsverwalters, die am 19. Dezember 1799 auf ihn fiel. Seit 1801 Administrator des Stiftes, wurde er 1804 durch öffentliche Akklamation des Konventes Abt. Als Grund für diesen Vorgang wird die Vermeidung der hohen Wahltaxe angegeben. Nach Eintreffen der kaiserlichen Bestätigung (19. Juli 1804) wurde Markl am 3. Oktober 1804 installiert.

Die Amtsperiode Abt Josef Markls war vom ständigen Drängen zu Sparsamkeit und von zahlreichen Unglücksfällen begleitet: Plünderung durch französische Truppen 1805 und 1809, Schlossbrand in Unterdürnbach 1808, Abgabe aller noch spärlich vorhandenen Silbergeräte 1809, Stiftsbrand 1810. Kaiser Franz I. beabsichtigte deshalb, den Konvent in das aufgehobene Zisterzienserkloster Säusenstein zu verlegen und Lilienfeld aufzuheben, was aber durch einflussreiche Fürsprecher abgewendet wurde.

Abt Josef starb am 5. Dezember 1811 im Alter von 60 Jahren in Graz, wo er sich zu einer ärztlichen Behandlung aufhielt, „an Sand und Stein“, wie das Sterbebuch berichtet. Dort, in der Pfarre St. Johann, wurde er auch beigesetzt.

gge, April 2018


Daten:

Vest.: 14. Nov. 1769; Prof.: 15. Nov. 1770; Prim.: 1. Nov. 1775 (Lilienfeld); Abbas: el. 19. Juli 1804, ben. 12. Okt. 1804.

Literatur:

Müller, Eugen: Professbuch des Zisterzienserstiftes Lilienfeld. St. Ottilien: EOS, 1996, S. 324–325.

Zitierempfehlung: Markl, Josef, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 8.4.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Markl,_Josef