Mayerl, Roman

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Roman Mayerl

Roman Mayerl

40. Abt des Stiftes Säusenstein 1738–1751

* 24. Aug. 1686 Pressath, Oberpfalz, Bayern
† 21. Nov. 1751 Wien

Romanus Mayerl (oder Mayrl), Taufname Bartholomäus Erasmus, wurde am 24. August 1686 in Pressath in der Oberpfalz geboren, kam aber schon früh nach Wien, wo er mit dem besten Erfolg die Vorbereitungsstudien an der Universität absolvierte. 1708 trat er als Novize in das Zisterzienserstift Säusenstein ein und machte nach dem Probejahr die Profess (3. November 1709). Von 1719 bis 1724 war er Pfarrer der Stiftspfarre Wulzeshofen, dann Novizenmeister, Prior und Kämmerer. Nachdem sein Name schon 1715 auf mehreren Wahlzetteln gestanden hatte, wurde er nach dem Tod des Abtes Malachias Ziegelböck († 1737) am 12. Jänner 1738 zum Abt gewählt und am 19. Jänner 1738 in Lilienfeld benediziert. Den Wahlvorsitz hatte der Generalvikar Chrysostomus Wieser von Lilienfeld in Gegenwart der Äbte Johann Hinterhölzl von Wilhering und Benedikt Hell von Wiener-Neustadt (Neukloster) geführt.

Trotz des österreichischen Erbfolgekrieges, der vom Stift hohe Kontributionen forderte, setzte Abt Roman die von seinem Vorgänger begonnene Vergrößerung und Barockisierung der Klostergebäude fort. 1744 ließ er einen neuen Wohntrakt bauen und das Refektorium mit teilweise vergoldeten Stukkaturarbeiten versehen. Er errichtete den Bibliothekssaal und stattete ihn mit Büchern aus. In der Stiftskirche ließ er eine neue Orgel einbauen und schaffte wertvolle Reliquienbehälter, Ornate und Kirchengeräte an. Zur Förderung der feierlichen Liturgie gründete er ein Sängerknabeninstitut.

Die gute Wirtschaftsführung im Kloster qualifizierte ihn auch zum Raitherrn der niederösterreichischen Landschaft, wozu er im November 1745 ernannt wurde. Am 1. Oktober 1746 avancierte er zum Landschsaftsverordneten. Am 29. Juni 1747 war er bei der Prälatenwahl im Stift Zwettl zugegen, die auf den Prior Rainer Kollmann fiel.

Als Landschaftsverordneter musste Mayerl sich öfter für längere Zeit in Wien aufhalten. Dort – im Seizerhof – starb er am Morgen des 21. November 1751. Sein Leichnam wurde nach Säusenstein überführt und in der Lorettokapelle bestattet.

Abt Roman war, nach der von dem Melker Stiftspriester Joachim Priestersperger OSB am 14. Dezember 1751 in der Stiftskirche gehaltenen Leichenpredigt (gedruckt bei Ignaz Anton Präxl in Krems), einfach und bescheiden. Er verabscheute jeden Aufwand für seine Person und ließ auch an keinem seiner Bauwerke sein Wappen anbringen. Erlittene Unbilden verzieh er schnell, wahrte dabei aber gleichwohl die Rechte des Stiftes, wenn sie in Frage gestellt wurden. Im klösterlichen Leben duldete er keine Unordnung und Missbräuche der Disziplin, korrigierte Verstöße aber mit solchem Feingefühl, dass sich niemand verletzt fühlen konnte. Gegen die Armen war er „fast bis zur Verschwendung wohltätig.“ Zu seinem Nachfolger wurde Andreas Schrappeneder gewählt, nach dessen Tod 1788 das Kloster aufgehoben wurde.

gge, April 2017


Daten:

Vest.: 1708; Prof.: 3. Nov. 1709; Abbas: el. 12. Jan. 1738, ben. 19. Jan. 1738.

Literatur:

Erdinger, Anton: Geschichte des aufgehobenen Cisterzienser-Stiftes Säusenstein in Niederösterreich (Fortsetzung), in: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, Band 11, Wien 1877, S. 13–31, hier: 13–27.

Zitierempfehlung: Mayerl, Roman, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.4.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Mayerl,_Roman