Mayeur, Pierre

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Pierre Mayeur, um 1745

Pierre Mayeur

Abt des Klosters Clairvaux 1740–1761

09. Sep. 1761

Pierre Mayeur aus Bar-le-Duc war Doktor der Theologie und Prior von Buzay ehe er am 6. Juli 1740 unter dem Vorsitz des Intendanten Le Peletier und des Abtes Andoche Pernot von Cîteaux anstelle des am 5. April verstorbenen Robert Gassot zum Abt des Klosters Clairvaux gewählt wurde. Er hatte im zweiten Wahlgang 36 von 54 Stimmen erhalten.

Abt Mayeur führte die Bauvorhaben seines Vorgängers weiter. Mit großem Aufwand ließ er den prächtigen Kreuzgang der Mönche, das Refektorium, die Bäckerei und das Dormitorium neu erbauen und verwendete große Summen zur Ausschmückung der Abtei. Die Bauarbeiten in der Abteikirche erforderten die Öffnung mehrerer Bischofsgräber, weil der Fußboden komplett erneuert wurde. 1741 wurden die Pretiosen der Abtei, 177 Objekte, in sieben Kästen (armoires) platziert.

Der Archivist und Sakristan Claude Guyton fertigte 1741/42 das letzte Inventarverzeichnis der Abtei an und verfasste eine Voyage littéraire[1] über die Klöster der Champagne und eine Manuskript gebliebene Abteigeschichte. Die Abteibibliothek wurde um 30 Manuskripte aus der Abtei Mores erweitert, die sich heute in der Bibliothek Troyes befinden.

Abt Mayeur visitierte im August 1752 die Tochterabtei Orval[2] in den damals habsburgischen Niederlanden, dem heutigen Belgien, wo eine Auseinandersetzung zwischen Abt Albert de Meuldre und dem Konvent zu eskalieren drohte. Da er ohne Erlaubnis der Behörden die Grenze überschritten hatte, wurde er vom Staatsrat zum Abbruch der Visite und zur Rückkehr nach Frankreich aufgefordert. Er richtete in Orval auch nur wenig aus, denn 1756 protestierten 17 Orvaler Mönche beim Abt von Cîteaux gegen ihren Abt.

Pierre Mayeur starb am 9. September 1761. Zu seinem Nachfolger wurde Anfang Dezember sein Sekretär François Leblois gewählt. Ein von Nicolas de Larmessin angefertigter Kupferstich nach einem Porträt von Marianne Loir zeigt ihn um 1745. Sein Bruder P. Joseph Mayeur war von 1751 bis 1755 Generalprokurator in Paris und Titularprior von Rosiers.

gge, Nov. 2017, rev. Jan. 2019

  1. Voyage littéraire de Dom Guyton en Champagne (1744–1749) / publié pour la première fois [par Ul. Robert et Edouard de Barthélemy] d’'après le manuscrit autographe conservé à la Bibliothèque nationale, 1890.
  2. Wie vorher schon andere belgische Klöster wie die Frauenabtei Clairefontaine, 18. April bis 18. Mai 1752.

Daten:

Abbas: el. 6. Juli 1740.

Literatur:

Élection de Dom Pierre Mayeur comme abbé de Clairvaux, en remplacement de Dom Robert Gassot, in: Bulletin historique et philologique du Comité des travaux historiques et scientifiques 1890. Paris 1890, S. 163–167 (Abschrift des Wahlprotokolls) · King, Archdale Arthur: Cîteaux and her elder daughters. London: Burns & Oates, 1954.

Zitierempfehlung: Mayeur, Pierre, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.4.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Mayeur,_Pierre