Metzel, Robert

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Robert Metzel

Robert Metzel

37. Abt des Zisterzienserklosters Maria Bildhausen 1675–1689

† 8. Okt. 1689 Münnerstadt

Robert Metzel stammte aus der fränkischen Amtsstadt Volkach. Wer seine Eltern waren und wo er seine Erziehung und Ausbildung erhalten hat, ist nicht überliefert. In die Zisterzienserabtei Bildhausen eingetreten, war er 1667 Bursar und von 1672 bis 1675 Seelsorger der Johanneskirche in Brend (Brendlorenzen) und zugleich Verwalter des Klosterhofs in Neustadt an der Saale.

Als nach dem Tod des Abtes Valentin Hendinger Ende Juli 1675 eine Abtwahl notwendig wurde, kam es zum Kompetenzstreit zwischen dem Vaterabt Alberich Degen von Ebrach und dem Würzburger Suffragan Stephan Weinberger als Kommissar des Fürstbischofs. Man einigte sich schließlich darauf, dass Abt Degen den Vorsitz im Wahlkapitel führen und den Neugewählten installieren solle, während der Weihbischof den Vortritt beim Festmahl hatte. Am 29. Juli 1675 wurde Robert Metzel mit 17 von 27 Stimmen gewählt und am 6. Oktober von Weihbischof Weinberger in der Abteikirche benediziert. Den Abteischlüssel überreichte der Abt, den Torschlüssel der Weihbischof.

Unter Robert Metzels Leitung wurden der Wiederaufbau und der Ausbau der Abtei nach den Schäden des Dreißigjährigen Krieges weitergeführt. 1676 wurde der obere Pferde- und Kuhstall gebaut und der sogenannte Keltzenhof bei Strahlungen wieder eingelöst und 1678 komplett zurückgekauft, außerdem wurden Kredite getilgt. Die Klosterkirche und der Fürstensaal wurden renoviert und ein Gebäude im Bildhäuser Hof in Münnerstadt errichtet. Die Klosterkirche erhielt 1679 einen neuen Hauptaltar und 1682 eine neue Orgel. Dazu wurden Paramente und Kirchensilber angeschafft. Nachdem Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach 1678 die Pfarrkirche rekonziliiert hatte, wurde die Pfarrei Neustadt wieder mit einem Bildhausener Mönch besetzt. Die gestiegene Zahl an Konventualen erforderte den Bau eines neuen dreistöckigen Dormitoriums (Schlafhauses), wozu der Abt am 30. Juli 1686 den Grundstein legte. 1687 wurde eine neue Zehntscheune in Rickersfelden erbaut, dessen Zehnten Abt Robert 1686 erworben hatte.

Abt Robert war 1682 bei der Jubiläumsfeier der Universität Würzburg dabei und nahm am Begräbnis des am 22. April 1683 verstorbenen Fürstbischofs Peter Philipp von Dernbach und an dem seines Nachfolgers Konrad von Wernau im September 1684 teil. Noch in hohem Alter reiste er zum Ende Januar 1688 einberufenen Landtag nach Würzburg, der aber nicht zustande kam, weil der Abt von Ebrach den Vorrang vor dem Domdechanten beanspruchte.

Abt Robert starb, an der Wassersucht leidend, am 8. Oktober 1689, nachdem er sich die im Vorjahr in Augsburg gefertigte silberne Muttergottesstatue an sein Sterbebett hatte bringen lassen. Sein Nachfolger wurde Friedrich Agricola.

gge, Mai 2018


Daten:

Abbas: el. 29. Juli 1675, ben. 6. Okt. 1675.

Literatur:

Rost, Johann Wilhelm: Geschichte der fränkischen Cisterzienser-Abtei Bildhausen. Aus handschriftlichen Urkunden. Würzburg 1852 · Schnell, Otto: Personalstand der Cistercienser-Abtei Bildhausen während der Zeit ihres Bestandes, in: Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg Bd. 30, Würzburg 1887, S. 135–172.

Normdaten:

GND: 119063204 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Metzel, Robert, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 16.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Metzel,_Robert