Misura, Eugen

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Eugen Misura

Eugen Misura

Abt des Zisterzienserklosters Himmelwitz in Schlesien 1748–1763

† 23. Jan. 1763 Himmelwitz, Schlesien, Preußen [Jemielnica, Polen]

Eugen II. Misura, geboren in Zülz [polnisch Biała], Profess 10. September 1730, zum Priester geweiht am 4. Juni 1735, war Beichtvater im Frauenkloster Trebnitz, als er am 7. März 1748 von König Friedrich II. von Preußen unter drei vom Konvent nominierten Personen ausgewählt und bestätigt wurde. Abt Bernhard Thill von Rauden installierte ihn am 18. Juni 1748 im Auftrag des Generalvikars, Abt Gerhard Wiesner von Heinrichau. Am 14. Juni 1750 wurde er von Fürstbischof von Schaffgotsch während dessen Visitationsreise in der Abteikirche infuliert. Assistenten waren der neue Generalvikar Benedikt Seidel von Grüssau und Abt Bernhard Thill von Rauden.

Angesichts der drückenden Schuldenlast des Klosters Himmelwitz wandte sich Abt Eugen nach Rauden, um finanzielle Hilfe durch die anderen Zisterzienserklöster zu erlangen, konnte aber nur wenig erreichen. Er war daher gezwungen, ein Haus in Oppeln zu verkaufen und bemühte sich, die Wahltaxe zu reduzieren. 1753 leitete er in Rauden die Beisetzung des verstorbenen Abtes Bernhard und war auch bei der Wahl des Nachfolgers Augustin Renner am 19. September dabei.

Trotz der Geldnot beendete er den Bau des Klosters und der Kirche und schaffte neue Messgewänder an. 1756 ließ er im Dorf und in Januschkowitz je eine Statue des hl. Johannes Nepomuk setzen. Im Siebenjährigen Krieg 1757–1763 war er gezwungen weitere Darlehen aufzunehmen, um die geforderten Kriegskontributionen bezahlen zu können. Da durch die Kriegseinwirkungen viele städtische Schüler und Studenten aufs Land geflüchtet waren, eröffnete er, wie auch sein Amtsbruder in Rauden, in Himmelwitz Schulen, an denen die Stiftsmitglieder Humaniora und spekulative Theologie unterrichteten.

Abt Eugen starb am 23. Januar 1763 an der Wassersucht. Der Konvent bestand zu diesem Zeitpunkt aus 17 Kapitularen.

gge, Dez. 2016


Daten:

Prof.: 10. Sep. 1730; Sac.: 4. Juni 1735; Abbas: conf. 7. März 1748, inst. 18. Juni 1748, ben. 14. Juni 1750.

Literatur:

Weltzel, Augustin: Das Fürstliche Cistercienserstift Himmelwitz. Breslau 1895, S. 117ff. (Separatdruck aus dem Schlesischen Pastoralblatt XIII 1892, No. 6–21, und XIV 1893, No. 5–20.).

Zitierempfehlung: Misura, Eugen, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Misura,_Eugen