Neuhold, Özséb

Özséb Neuhold OCist
Foto: Abteiarchiv Zirc

Özséb Neuhold OCist

Zisterzienser der Abtei Zirc; Gymnasiallehrer, Novizenmeister, Cellerar und Beichtvater

* 12. Dez. 1881 Gyanafalva
† 28. Juni 1951 Zirc

Eusebius Neuhold, Taufname Ferenc (Franz), wurde am 12. Dezember 1881 im damals noch zu Ungarn gehörenden Gyanafalva geboren, dem heutigen Jennersdorf im Burgenland (Österreich).[1] Seine Eltern waren Ferenc Neuhold und Maria Thomas.

Er besuchte das staatliche Gymnasium Szentgotthárd und absolvierte die fünfte und sechste Klasse am Prämonstratensergymnasium in Szombathely (dt. Steinamanger). 1901 als Novize in die Zisterzienserabtei Zirc eingetreten, legte er, wie es damals üblich war, nach dem Noviziatsjahr noch nicht sofort die Profess ab, sondern beendete von 1902 bis 1904 seine Gymnasialstudien am Zisterziensergymnasium in Eger (dt. Erlau).

Von 1904 bis 1908 studierte er Theologie am Bernardinum, dem Studienhaus der Zircer Zisterzienser, in Budapest, parallel dazu studierte er Mathematik und Physik für das Lehramt an der Universität Budapest (heutige Péter-Pázmány-Universität). Am 12. September 1905 legte er die zeitliche und am 25. Juni 1908 die feierliche Profess ab. Die Priesterweihe empfing er am 2. Juli 1908 (gemeinsam mit seinem Mitnovizen Tibor Hümpfner) in der Abteikirche durch Bischof Károly Hornig von Veszprém.

Er begann seine Lehrtätigkeit in Baja (1908–1910), danach er war Hilfsrechnungsprüfer (Exactor rationum secundarius) in Zirc (1910–1912), von 1912 bis 1920 war er Lehrer in Eger. 1920 wurde er nach Zirc versetzt als Cellerar (1920–1924) und Waldinspektor (1920–1921), danach zum Novizenmeister bestellt (bis 1937). Von 1937 bis 1938 Spiritual und Cellerar am Bernardinum in Budapest. Anschließend verbrachte er den Rest seines Lebens in Zirc, war erneut Cellerar (1938–1941) und Beichvater in der Abteikirche bis zu seinem Tod. Daneben war er Beichvater der Kleriker bis zur Auflösung der Abtei, Waldinspektor (1945–1946), Zeremoniar (1947–1950) und außerordentlicher Beichtvater der Zisterzienserinnen des Klosters Regina Mundi.

Jahrzehntelang war er Beichtvater der jungen Mönche, aber noch wichtiger war, dass fast die gesamte katholische Bevölkerung von Zirc bei ihm beichtete. Nach der Auflösung der Abtei durch die Kommunisten im Jahr 1950 war er einer der vier Mönche, die vorübergehend in Zirc bleiben konnten. Bald wurde bei P. Özséb Krebs diagnostiziert, aber er bot sein Leiden für seinen inhaftierten Abt Vendel Endrédy auf. Er starb am 28. Juni 1951, dem Tag, an dem Abt Vendel zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Nach seinem Tod wurde er von seinen Anhängern als Heiliger verehrt. Daher wurden als Reliquien Gewebestücke von seinem Skapulier an seinem Katafalk geschnitten oder abgerissen. Er wurde zuerst im Zisterziensergrab des Zircer Friedhofs beerdigt.

Nivárd Halász, Feb. 2022

  1. Jennersdorf war eine der fünf von der Abtei Szentgotthárd betreuten Pfarreien (bis 1881) (die anderen waren: Stadt St. Gotthard, Badafalva/Weichselbaum, Nagyfalva/Mogersdorf und Rábakethely/Marckl). In der Heiligenkreuzer Zeit bis 1879 wurden sie von Zisterziensern betreut, danach in der Zircer Zeit wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Bischof, mit Ausnahme von Szentgotthárd, von Diözesanpriestern.

Daten:

Prof.: 12. Sep. 1905, 25. Juni 1908; Sac.: 2. Juli 1908.

Literatur:

Kereszty, Roch (Hg.): Ciszterci arcképek. Bp. 2014, S. 194–195.

Zitierempfehlung: Neuhold, Özséb, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.02.2022, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Neuhold,_%C3%96zs%C3%A9b

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