Niedermoser, Berthold

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Berthold Niedermoser OCist

Berthold Niedermoser OCist

15. Abt des Stiftes Schlierbach 1955–1971

* 28. Juli 1910 St. Jakob am Pillersee, Tirol
† 23. Aug. 1996 Linz

Berthold Josef Niedermoser, geboren in St. Jakob am Pillersee in Tirol, kam bald mit seiner Familie nach Pfarrkirchen bei Bad Hall. Nach einer Tischlerlehre besuchte er das Gymnasium Schlierbach und trat nach der Matura (1934) in das Stift Schlierbach ein. Das Studium der Theologie absolvierte er als Konviktor des Canisianums an der Universität Innsbruck (1935–1938) und in Schlierbach (1938–1939). Die Priesterweihe erhielt er am 25. März 1939 in der Kirche der Elisabethinen zu Linz. Im Februar 1940 wurde er Kooperator in Kirchdorf a. d. Krems, wo er auch kurze Zeit Pfarrprovisor war. Am 27. August 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet und zuerst in das Gefängnis nach Linz gebracht. Vom 20. September 1942 bis 9. April 1945 war er im KZ Dachau. 1961 weihte er dort die von den überlebenden Dachau-Priestern gestiftete, in Innsbruck gegossene Glocke der Todesangst-Christi-Kapelle.

Nach seiner Rückkehr wurde er wieder Seelsorger in Kirchdorf, von 1945 bis 1951 als Kooperator, von 1951 bis 1955 als Pfarrvikar. Am 3. Februar 1955, genau einen Monat nach dem Tod seines Vorgängers Alois Wiesinger, wurde er zum 15. Abt des Stiftes Schlierbach gewählt.

Unter Abt Bertholds Regierung wurde die Stiftskirche renoviert, die Glasmalerei im alten Meierhof ausgebaut, das neue Stallgebäude errichtet und die Restaurierung der Bibliothek begonnen. Besondere Aufmerksamkeit widmete Abt Berthold den inkorporierten Pfarreien. Von 1955 bis 1964 unterrichtete er als Religionslehrer an der Landwirtschaftsschule. Er war außerdem Bischöflicher Kommissär der Benediktinerinnen in Steinerkirchen, der Schwestern vom Guten Hirten in Baumgartenberg und der Marienschwestern in Linz. Nach seiner Resignation am 2. April 1971 wirkte er bis zu seinem Tod als Krankenseelsorger im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz.

Abt Niedermoser wurde am 29. August 1996 in der Gruft des Klosters Schlierbach beigesetzt.

gge, Okt. 2009, rev. Sep. 2012


Daten:

Vest.: 14. Aug. 1934; Prof.: 15. Aug. 1935; Sac.: 25. März 1939; Abbas: el. 3. Feb. 1955, ben. 24. Feb. 1955, res. 2. April 1971.

Bibliographie:

Abt Berthold Niedermoser, 15. Abt von Schlierbach. In: 18. Jahresbericht des Gymnasiums und Realgymnasiums der Abtei Schlierbach 1954/55 (Schlierbach 1955) S. 7. · Kremstalbote 1955 Nr. 6 · Abt Berthold Niedermoser. In: Jahresbericht des Gymnasiums und Realgymnasiums der Abtei Schlierbach 60. 1996/97 (1997), S. 71 · Kirchenzeitung der Diözese Linz Jg. 51 (1996), Nr. 35 · Ordensnachrichten. Amtsblatt und Informationsorgan der Österreichischen Superiorenkonferenz Jg. 35 (Wien 1996), H. 4, S. 75-76 · Oberösterreichische Landwirtschaftszeitung Jg. 67 (1996). Linzer Diözesanblatt 142. Jahrgang, Nr. 10, 1. Okt. 1996, S. 94. · Etzlstorfer, Hannes: „Die Kunstsammlungen des Stiftes Schlierbach,“ in: 650 Jahre Stift Schlierbach, Red. P. Ludwig Keplinger OCist, Schlierbach 2005.

Zitierempfehlung: Niedermoser, Berthold, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.3.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Niedermoser,_Berthold