Notz, Eugen

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Eugen Notz OCist

Eugen Notz OCist

6. Abt von Wettingen-Mehrerau 1902–1917

* 10. Jan. 1857 Reichenhofen b. Leutkirch, Württemberg
04. Aug. 1917 Bregenz, Vorarlberg

Eugen Notz, Taufname Josef, wurde am 10. Januar 1857 als Kind begüterter Eltern in Reichenhofen bei Leutkirch geboren. Als Zehnjähriger kam er an das Stiftskolleg der Abtei Mehrerau (Collegium Bernardi). Als Sechzehnjähriger trat er unter Abt Martin Reimann in das Noviziat ein und erhielt den seligen Zisterzienserpapst Eugen III. zum Patron. Am 18. Oktober 1874 legte er die Profess ab und wurde am 13. Juli 1879 zum Priester geweiht.

Da er sein Theologiestudium schon im Vorjahr abgeschlossen hatte, wurde er noch vor der Priesterweihe als Subpräfekt eingesetzt. Ende Dezember 1879 machte ihn Abt Maurus Kalkum zum Präfekten des Internats. In dieser Position blieb er 14 Jahre (1. Januar 1880 bis 20. August 1893), während derer das Gymnasium auf das Doppelte erweitert wurde und die Zahl der Schüler von 100 auf über 220 stieg. Daneben unterrichtete er Religion, Latein und Griechisch an der Stiftsschule.

Im Sommer 1893 versetzte Abt Laurentius Wocher Notz auf die weniger anstrengende Stelle des Beichtvaters bei den Zisterzienserinnen im Kloster Wurmsbach in der Schweiz (Kt. St. Gallen). Von dort nach drei Jahren von Abt Augustin Stöckli als Gastmeister und Präses der Marianischen Kongregation wieder nach Mehrerau zurückgerufen, nahm er seine Unterrichtstätigkeit wieder auf und wurde zu Weihnachten 1900 zum Subprior befördert.

Nach dem unerwarteten Tod Abt Augustin Stöcklis im Kloster Eschenbach wurde Notz am 2. Oktober 1902 zum neuen Abt und Generalvikar der deutsch-schweizerischen Kongregation gewählt. Im April 1903 traf das päpstliche Bestätigungsbreve ein und der Limburger Bischof Dominikus Willi OCist benedizierte ihn am 19. April.

Eugen Notz führte die Abtei durch die Vorkriegszeit und den Ersten Weltkrieg, der auch unter den ehemaligen Stiftszöglingen viele Opfer forderte. Schon seit Jahren schwer zuckerkrank, starb er am 4. August 1917 in Mehrerau, rasch und unerwartet, nach kaum zweitägigem Krankenlager. Er wurde am 7. August 1917 in der Äbtegruft beigesetzt. Zu seinem Nachfolger wurde Kassian Haid gewählt.

gge, Feb. 2008, rev. April 2017


Daten:

Prof.: 18. Okt. 1874; Sac.: 13. Juli 1879; Primiz: 27. Juli 1879; Abbas: el. 2. Okt. 1902, präkon. 10. März 1903, ben. 19. April 1903.

Literatur:

ÖBL 1815–1950, Bd. 7 (Lfg. 32), S. 159 · Favier, Amadeus: Abt Eugen Notz †. Mehrerauer Grüße, AF 18, November 1917, S. 5–8 · Mehrerauer Grüße NF 1 (Sommer 1954) S. 58ff. · Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 14 (1903) 546–549 [Bericht über die Benediktion].

Normdaten:

GND: 1012291480 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Notz, Eugen, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.4.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Notz,_Eugen