O'Phelan, Maurus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Maurus O'Phelan

Maurus O'Phelan OCSO

Muiris Ó Faoláin

5. Abt der Abtei Mount Melleray 1908–1931

* 08. Dez. 1853 Kilrossanty, Co. Waterford
† 10. Juli 1931 Mount Melleray

Maurus O'Phelan, Taufname Richard, war der Sohn von William und Bridget Phelan und wurde 1853 in Kilrossanty in der irischen Grafschaft Waterford geboren. Seine Eltern waren Bauern. Er kam als Dreizehnjähriger an die Schule der Abtei Mount Melleray und trat 1872 in das Chornoviziat ein. Am 1. Januar 1878 legte er die Profess ab und wurde am 12. Juni 1878 zum Priester geweiht. Danach wurde er Professor für Philosophie am Seminar (dort hatte er schon vorher unterrichtet) und versah mehrere Klosterämter (Novizenmeister, Gästepater, Bursar). Von 1894 bis 1908 war er Prior. Am 8. Mai 1908 wurde er unter dem Vorsitz des Vaterabtes Eugène Vachette von Melleray zum Abt gewählt, aber erst am 15. August 1908 von Bischof Sheehan von Waterford benediziert. Assistenten waren sein Vorgänger Carthage Delaney und Abt Camillus Beardwood von der Tochterabtei Roscrea (Mount St Joseph).

Während O'Phelans Amtszeit wurde 1909 die Konventküche modernisiert und eine neue Küche im Infirmarium gebaut. Im selben Jahr wurden auch moderne landwirtschaftliche Erntemaschinen angeschafft, außerdem größere Ökonomiegebäude errichtet. 1912 wurde elektrisches Licht im Kloster eingeführt und 1925 mit umfangreichen Bauarbeiten (Konventgebäude, Agricultural College) in der Abtei begonnen. 1915 übernahm Abt Maurus die Paternität über das seit 1824 unter bischöflicher Jurisdiktion stehende Trappistinnenkloster Stapehill in der englischen Grafschaft Dorset.

Außerdem gelang es ihm, mit der St. Mary's Abbey in Glencairn wieder ein Zisterzienserinnenkloster in Irland zu etablieren, wenn auch die Schwestern (von Stapehill, zu deren Kustoden er 1915 vom hl. Stuhl ernannt worden war) erst nach seinem Tod einzogen (März 1932). Die Gebäude hatte Mount Melleray 1926 gekauft, erweitert und den Schwestern zur Verfügung gestellt. Etwa um dieselbe Zeit kaufte der Abt auch das Mitchelstown Castle, in der Absicht, es abzutragen und dien Steine zum Bau einer neuen Abteikirche zu verwenden.

Die ebenfalls während O’Phelans Amtszeit erworbene Barracks Chapel in Fermoy wurde abgetragen, in Mount Melleray wiedererrichtet und am 20. August 1932, nach Abt Maurus’ Tod, als College Chapel eröffnet. Mehrmals (zuerst 1911 zugleich mit Gethsemani, zuletzt 1930) visitierte Abt Maurus die in einer Existenzkrise steckende Tochterabtei New Melleray in den USA und unterstützte sie u.a. personell mit Mönchen aus Mount Melleray.

Im Mai 1931 erkrankte Dom Maurus so schwer, das eine Operation nötig wurde, die – da er zu schwach zum Transport in ein Krankenhaus war – von Dr. P. Kiely aus Cork durchgeführt wurde und erfolgreich verlief. Dom Maurus erholte sich zunächst, erlitt aber am 10. Juli 1931 einen Rückfall und starb noch am Abend desselben Tages. Zu seinem Nachfolger wurde Stanislaus Hickey gewählt.

Maurus Phelan sprach und schrieb fließend Irisch (Gälisch) und spielte eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung der irischen Sprache Ende des 19. Jahrhunderts. Er predigte regelmäßig in irischer Sprache und verfasste mehrere Schriften, u.a. ein irisches Gebetbuch (Leabhar Urnaighthe, 1901), das weite Verbreitung fand.

gge, Juli 2014, rev. Dez. 2017


Daten:

Prof.: 1. Jan. 1878; Sac.: 12. Juni 1878; Abbas: el. 8. Mai 1908, ben. 15. Aug. 1908 (Bf. Sheehan v. Waterford).

Werke:

An Rósaire, 1897 · Leabhar Urnaighthe, 1901.

Literatur:

Nachruf in The Tablet, 18. Juli 1931, S. 22 · M[athias] M[artin] Hoffman: Arms And The Monk: The Trappist Saga In Mid America. Dubuque, Iowa: Wm. C. Brown, 1952, S. 184ff. · F.C. Burnand (Hg.): The Catholic Who's Who and Yearbook 1910. London : Burns & Oates, [1910] · Alexander Thom (Hg.): Thom's Irish Who's Who : a Biographical Book of Reference of Prominent Men and Women in Irish Life at Home and Abroad. Dublin [et al.] : Thom [et al.], [1923] · Moloney, Stephen J.: The History of Mount Melleray Abbey. Clarke's Bridge, Cork: Paramount, 1952.

Zitierempfehlung: O'Phelan, Maurus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 22.12.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/O%27Phelan,_Maurus