Petit, Claude (La Ferté)

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Claude Petit

Claude Petit

42. Abt der Primarabtei La Ferté 1677–1710

* 06. Dez. 1623 Dijon
03. Jan. 1710 La Ferté-sur-Grosne

Claude Petit aus Dijon soll ein Neffe und Patensohn des gleichnamigen Abtes Claude Petit von Étoile gewesen sein.[1] Er trat in die Zisterzienserabtei La Ferté ein und wurde dort im Alter von 26 Jahren Novizenmeister. Später war er nacheinander Prior in Maizières, Pontigny und Chaalis, bis er im August 1677 als Nachfolger des nach Clairvaux gewechselten Pierre Bouchu zum Abt von La Ferté gewählt wurde. Von König Ludwig XIV. am 26. August 1677 und Papst Innozenz XI. am 15. November 1677 bestätigt, ließ er die Abtei am 18. Januar 1678 durch einen Stellvertreter, den Prior Charles Macé, in Besitz nehmen und wurde am 21. März von Bischof Henri-Félix de Tassi von Chalon-sur-Saône in der Abteikirche von Chaalis benediziert.

Abt Claude ließ fast die ganze, 1570 durch protestantische Truppen des Gaspard de Coligny niedergebrannte und seitdem in Ruinen liegende Abtei – im barocken Zeitgeschmack – wiederaufbauen. Die Voyage littéraire der Benediktiner Edmond Martène und Ursin Durand, die La Ferté kurz nach Petits Tod 1710 besuchten, singt sein Loblied.[2] Er ließ das zerstörte Refektorium wiederaufbauen und statt des wegen der geringen Zahl an Konversen nicht mehr benötigten Konversenhauses die noch heute bestehende Prälatur. Die Abteikirche aus dem 13. Jahrhundert erhielt eine neue Fassade und einen Glockenturm, die Sakristei eine neue Ausstattung. 1695 begann er mit der Austattung der Bibliothek, die bei seinem Tod 9.000 Bände umfasste. Darüber vergaß Abt Petit aber die Wohltätigkeit nicht, wie der Epitaph im Kapitelsaal hervorhebt. Bei den Hungersnöten 1695 und 1709 unterstützte er großzügig die Armen und Bedürftigen.

Die Bezeichnung La Fertés als archicoenobium auf dem Epitaph, eine Titulatur, die das Generalkapitel 1738 dem Stammkloster Cîteaux vorbehielt, weist auf die seit Jahrhunderten bestehenden Kompetenzstreitigkeiten der Protoäbte mit dem Generalabt hin, an denen auch Dom Claude beteiligt war. Die Protokolle des Generalkapitels von 1683 berichten über diese Friktionen zwischen der Abtei Cîteaux und ihren „älteren Töchtern“.

Claude Petit starb hochgeachtet am 3. Januar 1710. Sein Nachfolger wurde Jean-Marie Vernois de Montjournal.

gge, Feb. 2019

  1. Salvini, J.: Ambroise Heindrick, graveur et peintre, in: Bulletin de la Société des antiquaires de l’Ouest, 4e série, 1962, Tome 6, S. 468–469 (Heindrick verfertigte 1700 ein Porträt Claude Petits, das in der Bibliothéque nationale de France aufbewahrt wird.)
  2. Voyage litteraire de deux religieux benedictins de la Congregation de Saint Maur. Paris, 1717, S. 226–227

Daten:

Abbas: el. Aug. 1677, ben. 21. März 1678.

Literatur:

Gallia Christiana IV (1728), Sp. 1028 · Pequegnot, Felix Etienne: Légendaire d’Autun, ou vies des saints … des diocèses d’Autun, Châlon et Mâcon, Band 1. Lyon: Girard et Guyet, 1846, S. 44–45 · King, Archdale Arthur: Cîteaux and her elder daughters. London: Burns & Oates, 1954, S. 137–140.

Zitierempfehlung: Petit, Claude (La Ferté), in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.2.2019, URL: http://www.biocist.org/wiki/Petit,_Claude_(La_Fert%C3%A9)