Rüdiger, Simon

Simon Rüdiger

Simon Rüdiger

Abt des Zisterzienserklosters Kamenz in Schlesien 1641–1661

† 24. Nov. 1661 Kamenz [Kamieniec Ząbkowicki]

Simon Rüdiger, aus Glogau, war Professe des Zisterzienserklosters Leubus und Propst in Seitsch als er 1641, noch während des Dreißigjährigen Krieges, dem nur noch aus drei Mitgliedern bestehenden Kloster Kamenz als Abt gegeben wurde.

Kamenz hatte wegen seiner geographischen Lage von allen schlesischen Zisterzienserklöstern im Krieg den größten Schaden davongetragen und war kaum noch existent. Die Mitglieder waren tot oder in alle Winde zerstreut, das Kloster geplündert, die Stiftskasse leer, die Stiftsgüter verwüstet. Abt Simons Vorgänger Christoph Hochgesang war im Exil in Glatz gestorben. Die statistische Erhebung, die Rüdiger 1644 durchführen ließ, um einen Überblick über die Lage zu gewinnen, bot ein trostloses Bild. Nur ein Drittel der Bevölkerung hatte die Kriegsjahre überstanden, die Ernte war auf ein Fünftel zurückgegangen. Beim Vieh (Rinder) machten die Verluste 90% aus.

Während der letzten Kriegsjahre selbst oft gezwungen, aus dem Kloster zu flüchten, erklärte Abt Simon sich 1645 zum Feldhauptmann und bot alle wehrfähigen Männer des Stiftslandes auf, um gegen Marodeure und plündernde Söldnerscharen vorzugehen. Trotz der hoffnungslosen Lage machte er sich nach dem Westfälischen Frieden an den langsamen Wiederaufbau des Stiftes, der allerdings hohe Schulden zur Folge hatte, und rettete es so vor dem Untergang. Dass er sich auch bei den weltlichen Mächten hohes Ansehen erwarb, zeigt seine Ernennung zum Amtsverwalter des Fürstentums Münsterberg durch Kaiser Maximilian II.

Simon Rüdiger starb am 24. November 1661 und wurde beim südöstlichen Vierungspfeiler in der Stiftskirche beigesetzt. Ihm folgte Kaspar Kales in der Regierung.

gge, Dez. 2016


Daten:

Abbas: nom. 1641.

Literatur:

Frömrich, Gregor: Kurze Geschichte der ehemaligen Cistercienser Abtey Kamenz in Schlesien, Glatz 1817, S. 135–137 · Grüger, Heinrich: Schlesisches Klosterbuch: Kamenz. Augustiner-Propstei, dann Zisterzienserstift, in: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau, Band 21, 1980, S. 84–109.

Zitierempfehlung: Rüdiger, Simon, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 8.02.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/R%C3%BCdiger,_Simon

Vorlage:Page.name: RÜDIGER, Simon († 1661) OCist – Biographia Cisterciensis