Rüttimann, Lucia Ignatia

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Lucia Ignatia Rüttiman

Lucia Ignatia Rüttimann

Äbtissin des Klosters Rathausen 1769–1805

* 1727
† 15. April 1805

Maria Lucia Josepha Ignatia Rüttimann, Taufname Anna Theresia, von Luzern, war die Tochter des Kaspar Josef Rüttimann (1696–1775), Grossrat und Statthalter der Malteserkommende Hohenrain, und seiner Frau Maria Luzia Johanna Mahler (1694–1734). Sie trat 1745 in die Zisterzienserinnenabtei Rathausen ein und legte 1746 ihre Profess ab. Bei beiden Zeremonien war Abt Robert Balthasar von St. Urban anwesend. Vor ihrer Wahl zur Äbtissin am 25. Februar 1769 unter dem Vorsitz des päpstlichen Nuntius Luigi Valenti-Gonzaga war sie Kantorin und Subpriorin gewesen. Die Benediktion erfolgte am 23. April 1769.

Sie war Äbtissin (Domina) in der schwierigen Zeit vor, während und nach der Französischen Revolution. Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Kloster waren schlecht. Der Konstanzer Generalvikar erlaubte daher 1793, die Pfarrpfründe der Kollatur Emmen acht Jahre unbesetzt zu lassen und die Einkünfte für das Kloster zu verwenden. 1798 dankte das Luzerner Patriziat ab und Luzern wurde Sitz der helvetischen Behörden. Die französische Invasion 1798 verlangte dem Kloster Requisitionen und Kontributionen ab. Auch die silbernen Kerzenstöcke aus der Kirche sowie silbernes Tafelgeschirr musste es hergeben und wurde zudem für fünf Jahre unter Staatsverwaltung gestellt. Da sich der Verwalter auch in die inneren Angelegenheiten des Klosters einmischte und mit Erlaubnis der Verwaltungskammer die Klosterämter neu besetzte, hatten die Schwestern viel zu leiden. Von 1798 und 1805 fanden wegen einschränkender Bestimmungen der luzernischen Behörden keine Professen mehr statt, so dass die Zahl der Chorfrauen sich von 60 (1753) auf 29 (1805)[1] verminderte.

Lucia Rüttimann starb am 15. April 1805 und wurde zwei Tage später von Vaterabt Ambros Glutz-Ruchti von St. Urban beerdigt.

gge, Mai 2018

  1. Außerdem elf Konversschwestern.

Daten:

Prof.: 1746; Abbatissa: el. 25. Feb. 1769, ben. 23. April 1769.

Literatur:

Verzeichnis aller Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Rathausen-Thyrnau 1245–1995. [Thyrnau]: Abtei Thyrnau, 1995, S. 168 · Zisterzienserinnenkloster Rathausen, in: Helvetia Sacra III/3, S. 889 · Haid, Kassian: Die Reihe der Äbtissinnen von Rathausen 1245–1945: zum Siebenjahrhundert-Jubiläum des Klosters Rathausen 1245–1945, in: Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz, Volume 99 (1946), S. 193–229 · Schweizerisches Geschlechterbuch : almanach généalogique suisse. Basel: C.F. Lendorff, 1910, S. 376 · Holzhalb, Hans Jakob: Supplement zu dem allgemeinen helvetisch-eidsgenößischen, oder schweizerischen Lexicon: R bis T. Fünfter Theil, in Verlag des Verfassers, 1791, S. 220.

Zitierempfehlung: Rüttimann, Lucia Ignatia, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 17.7.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/R%C3%BCttimann,_Lucia_Ignatia