Raynaud, Joachim

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Joachim Raynaud OCSO

Joachim Raynaud OCSO

Prior von Bonnecombe 1877, Abt von Casamari 1877–1886 und Tre Fontane 1886–1889

* 12. Jan. 1828 Levens, Dép. Alpes Maritimes
† 10. Aug. 1889 Montjoyer, Dép. Drôme

Dom Joachim (Gioacchino) Raynaud, Taufname Stephanus, wurde 1828 als Sohn des Caspar Raynaud und seiner Frau Agnès Farant in Levens in der Grafschaft Nizza geboren, die 1860 zu Frankreich kam. Nach der Priesterweihe und Promotion in Philosophie lehrte er am Collège Saint-Jean-de-Maurienne in Savoyen. Danach erhielt er einen Lehrstuhl für Kirchengeschichte und lehrte am Priesterseminar von Nizza. Am 15. Juli 1866 trat er als Postulant in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Aiguebelle in Südfrankreich ein und wurde am 26. Juli 1866 in das Chornoviziat aufgenommen. Nach der Profess 1870 lehrte er in Aiguebelle Theologie und wurde im folgenden Jahr Novizenmeister (bis August 1876). Danach war er einige Zeit Spiritual im Frauenkloster Maubec.

Seit 4. März 1877 Prior von Bonnecombe in der Diözese Rodez, wurde er im Sommer 1877 von Pius IX. persönlich an die Spitze der Abtei Casamari gesetzt, um dort die zisterziensische Reform einzuführen. Nachdem Papst Leo XIII. mit Datum 19. April 1878 ein Dekret erlassen hatte, das Casamari die Wahl eines Abtes gestattete, wurde Raynaud zum Abt gewählt und am 26. Mai 1878 in der Basilika von Santa Croce in Gerusalemme in Rom von Kardinal Raffaele Monaco La Valletta feierlich benediziert. Seine Wahl zum Abt von Aiguebelle (15. Juli 1882) konnte er auf Wunsch Leos XIII. nicht annehmen.

Papst Leo XIII. versetzte ihn 1886 nach Tre Fontane, wo er am 13. Juni 1886 zum Abt ernannt wurde. Dort gelang es ihm mit dem Cellerar Edmond Obrecht, die finanziell auf schwachen Füßen stehende Abtei[1] durch einige schwierige Jahre zu steuern. Jedoch dauerte sein Wirken in Tre Fontane nicht lange. 1889 zum Generalkapitel nach Frankreich gereist, erkrankte er dort plötzlich (Malaria) und starb am 10. August 1889 in Aiguebelle. Dort wurde er auch begraben.

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  1. Eine Folge des politischen Umsturzes in Italien mit der Aufhebung des Kirchenstaates 1870, die die Abtei ihrer finanziellen Grundlage beraubt hatte.

Daten:

Vest.: 26. Juli 1866; Prof.: 26. Juli 1870, 15. Aug. 1873; Abbas: ben. 26. Mai 1878.

Literatur:

Cte. de Saint-Saud: Armorial des prélats français du XIXe siècle. Paris: Daragon, 1906 · Luigi De Persiis: La badia o trappa di Casamari nel suo doppio aspetto, monumentale e storico. Roma: Tip. Poliglotta della S.C. di Propaganda Fide, 1878, S. 166–168 · Barbiero, Alfonso: Storia dell'abbazia delle Tre Fontane dal 1140 al 1950. Rom 2010, S. 430–431.

Zitierempfehlung: Raynaud, Joachim, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.4.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Raynaud,_Joachim